Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

In der außeruniversitären Forschungslandschaft haben die gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Einrichtungen für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung eine herausragende Bedeutung bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung. Hierzu zählen im Einzelnen die vier Forschungsorganisationen MPG, Fraunhofer, HGF und Leibniz-Gemeinschaft sowie die Akademien der Wissenschaften, die größtenteils in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften organisiert sind.

Aus öffentlichen Mitteln werden auch weitere Einrichtungen wie Stiftungen und Vereine finanziert. Genannt sei hier die Max Weber Stiftung, die weltweit zehn Forschungsinstitute unterhält (siehe auch Infobox Max Weber Stiftung). Hinzu kommen das Wissenschaftskolleg zu Berlin, das Deutsche Zentrum für Hochschulund Wissenschaftsforschung ebenso wie die mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziierte Stiftung caesar, auf die aber im Folgenden nicht näher eingegangen wird (siehe auch II 2.4 Staatliche Forschungseinrichtungen sowie EB II Organisationen und Einrichtungen in Forschung und Wissenschaft).

Grafische Abbildung der Anzahl des FuE-Personals nach Personalgruppen an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland

Abb. II-9: Anzahl des FuE-Personals nach Personalgruppen an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland (in Vollzeitäquivalenten)

BMBF

Bund und Länder haben in den vergangenen Jahren einen erheblichen Beitrag zur Umsetzung des in der Wachstumsstrategie Europa 2020 formulierten Ziels der Steigerung der FuE-Ausgaben geleistet. So sind beispielsweise die FuE-Ausgaben der gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Forschungseinrichtungen im Zeitraum von 2011 bis 2013 von 8,22 Mrd. auf 9,08 Mrd. Euro gestiegen, zurückzuführen u. a. auf den Pakt für Forschung und Innovation. Dies entspricht einem Anstieg von 10,4 %. Damit einher ging auch ein kontinuierlicher Anstieg des FuE-Personals. Im Jahr 2013 waren insgesamt 71.206 Personen (VZÄ) in den hier näher betrachteten außeruniversitären Forschungseinrichtungen tätig – davon 59,4 % als Forscherinnen und Forscher (siehe auch Abb. II-9). Abbildung II-10 zeigt die Verteilung der Standorte der zu den vier Forschungsorganisationen (MPG, Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer und HGF) zählenden Einrichtungen und der Akademien nach Einrichtungszugehörigkeit.

Geografische Karte der Standorte der zu den vier Forschungsorganisationen (MPG, Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer und HGF) zählenden Einrichtungen (ohne Außenstellen) und der Akademien nach Einrichtungszugehörigkeit

Abb. II-10: Standorte der zu den vier Forschungsorganisationen (MPG, Leibniz-Gemeinschaft, Fraunhofer und HGF) zählenden Einrichtungen (ohne Außenstellen) und der Akademien nach Einrichtungszugehörigkeit

Datenbasis: Bundesbericht Forschung und Innovation 2016, EB II, Eigenangaben der Einrichtungen. Geobasisdaten: © EuroGeographics bezüglich der Verwaltungsgrenzen. Standortkoordinaten: Geoinformationen © Vermessungsverwaltungen der Bundeslander und infas GEO daten. © BMBF, Kartographische Darstellung: RISO, DLR Projektträger 2016.

Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland

Die bundesunmittelbare Max Weber Stiftung unterhält weltweit zehn Forschungsinstitute an den Standorten Beirut, Istanbul, London, Moskau, Paris (mit zwei Instituten), Rom, Tokio, Warschau und Washington D. C. sowie weitere Forschungsgruppen in Hongkong, Kairo und Neu-Delhi. Als Foren internationaler Wissenschaft nehmen die Institute eine Brückenfunktion zwischen den Gastländern und Deutschland ein, indem sie über Ländergrenzen, Kontinente und Disziplinen hinweg den Dialog innerhalb der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften fördern. Sie steigern die Sichtbarkeit deutscher Spitzenforschung im Ausland und stärken den Wissenschaftsstandort Deutschland. Die Max Weber Stiftung verfügt über ein Jahresbudget von rund 40 Mio. Euro und beschäftigt derzeit insgesamt rund 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente), darunter 127 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Über ihre Institute vergibt die Stiftung darüber hinaus jährlich ca. 350 Stipendien an Promovierende sowie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Als international auftretender Träger geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung nimmt die Max Weber Stiftung in ihren Gastländern aktiv an Initiativen zur Vernetzung der Wissenschaftskulturen teil.

Max-Planck-Gesellschaft

Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (MPG) ist Trägergesellschaft der 83 Max-Planck-Institute, die vorwiegend natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung betreiben. Im Mittelpunkt stehen vor allem Forschungsinhalte, die durch eine hohe Interdisziplinarität gekennzeichnet sind und einen speziellen finanziellen oder zeitlichen Aufwand erfordern. Seit der Gründung der MPG 1948 hat es insgesamt 18 Nobelpreisträger in den Reihen ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegeben. Die MPG hat 17.284 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind 5.654 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 3.378 betreute Promovierende. Der Anteil der Frauen an den Gesamtbeschäftigten liegt bei 44,6 %, an den Doktoranden bei 38,6 % und am wissenschaftlichen Personal bei 29,4 % (Stichtag 1. Januar 2015).

Die Institute der MPG bieten sehr gute Forschungsbedingungen und sind dadurch einer der stärksten Anziehungspunkte in Deutschland für internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Insgesamt kommen mittlerweile etwa ein Drittel der Institutsdirektorinnen und -direktoren (33 %), 39,6 % der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie mehr als die Hälfte der Nachwuchs- und Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler (55,5 %) aus dem Ausland. Der Anteil der Postdoktorandinnen und -doktoranden mit ausländischem Pass liegt sogar bei etwa 72,4 %.

Beispielhaft für die starke internationale Ausrichtung der MPG sind der intensive Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wissenschaftsgeleitete Kooperationen ihrer Institute sowie die International Max Planck Research Schools zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In weltweit 118 Ländern finden sich mehr als 4.500 Kooperationsprojekte der Institute der MPG mit etwa 5.400 Partnern.

Besonders hervorzuheben sind die engen Kooperationsbeziehungen zu deutschen Universitäten. Etwa 80 % der für die MPG tätigen habilitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind aktiv in der universitären Lehre tätig. In nahezu einem Drittel der Sonderforschungsbereiche der DFG sind Institute der MPG vertreten.

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Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (Fraunhofer) ist die größte Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Ihre Forschungsfelder gliedern sich in die Themenbereiche Gesundheit und Umwelt, Schutz und Sicherheit, Mobilität und Transport, Energie und Rohstoffe, Produktion und Dienstleistung sowie Kommunikation und Wissen.

Im gesamten Bundesgebiet betreibt Fraunhofer derzeit insgesamt 67 Institute und Forschungseinrichtungen. Hinzu kommen Tochtergesellschaften in Europa und in Nord- und Südamerika sowie die Fraunhofer Representative Offices und Fraunhofer Senior Advisors. Sie ermöglichen einen weltweiten Zugang zu den wichtigsten gegenwärtigen und künftigen Wissenschafts- und Wirtschaftsräumen.

Fraunhofer beschäftigt rund 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 2015 ein Forschungsvolumen von mehr als 2 Mrd. Euro erzielten. Rund 1,77 Mrd. Euro lassen sich der Vertragsforschung zuordnen, die zu 73 % mit Aufträgen aus der Industrie und öffentlich finanzierten Forschungsprojekten erwirtschaftet wurde. Die Wirkung der angewandten Forschung geht über den direkten Nutzen für Kunden hinaus: Mit ihrer FuE-Tätigkeit tragen die Fraunhofer-Institute maßgeblich zur regionalen Wettbewerbsfähigkeit bei. Sie fördern Innovationen, stärken die technologische Leistungsfähigkeit, verbessern die Akzeptanz moderner Technik und sorgen für eine praxisorientierte Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses.

Eine weitere wichtige Aufgabe von Fraunhofer ist die strategische Forschung. Im Rahmen der institutionellen Förderung des Bundes und der Länder werden Forschungsprojekte durchgeführt, die zu Innovationen in der Gesellschaft und in Schlüsseltechnologien beitragen. Dazu gehören die Forschungsgebiete Informations- und Kommunikationstechnik, Life Sciences, Mikroelektronik, Light & Surfaces, Produktion, Werkstoffe und Bauteile sowie Verteidigungs- und Sicherheitsforschung.

Fraunhofer pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen. Sie ergänzt dadurch ihre Ressourcen in der Grundlagenforschung und rekrutiert ihren wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Hochschulen ziehen durch eine praxisnahe Ausbildung und die gemeinsame Bearbeitung praxisrelevanter Forschungsthemen ihrerseits Nutzen aus der Kooperation mit Fraunhofer. Kennzeichnend für diese Zusammenarbeit sind gemeinsame Berufungen auf Lehrstühle und in die Leitung von Fraunhofer-Instituten.

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Helmholtz-Gemeinschaft

Die Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. (HGF) hat die Aufgabe, langfristige Forschungsziele des Staates und der Gesellschaft zu verfolgen und die Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten und zu verbessern. Die strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung beschäftigt sich mit folgenden sechs Forschungsbereichen: Energie; Erde und Umwelt; Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr; Materie; Gesundheit sowie Schlüsseltechnologien. Die HGF erforscht Systeme hoher Komplexität unter Einsatz von Großgeräten und Infrastrukturen gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern. Sie verbindet Forschung und Technologieentwicklung mit innovativen Anwendungs- und Vorsorgeperspektiven.

In der HGF haben sich 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren zusammengeschlossen. Mit einem Jahresbudget seiner Forschungszentren von 4,24 Mrd. Euro (2015) ist die HGF die größte deutsche Wissenschaftsorganisation. Davon werden gut zwei Drittel aus Mitteln der öffentlichen Hand finanziert. Rund 30 % werben die einzelnen Helmholtz-Zentren selbst als Drittmittel aus dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich ein. Die in der HGF zusammengeschlossenen Forschungszentren beschäftigen 38.036 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2014). Davon sind 14.734 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, 7.356 betreute Promovierende und 1.657 Auszubildende. Für Spitzenforschung, die wettbewerbsfähig und deren Ergebnisse von weltweiter Relevanz sind, ist die HGF auch international breit aufgestellt. Dazu zählen u. a. der strategische Aufbau internationaler Allianzen, Kooperationen sowie die Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnern aus der Wissenschaft, vor allem aus den Hochschulen und der Wirtschaft. Ein spezieller Programmpunkt der HGF ist die internationale Nachwuchsförderung. Jedes Jahr kommen mehrere Tausend Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler in die Helmholtz-Zentren, um an teilweise weltweit einzigartigen Großgeräten zu arbeiten. Im Jahr 2014 nutzten 7.476 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Infrastrukturen der Zentren der HGF. Die HGF unterhält internationale Büros in Brüssel, Peking und Moskau. Hinzu kommen Auslandsbüros der Forschungszentren. So verfügt z. B. das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) über eigene Büros in Brüssel, Paris, Tokio und Washington.

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Leibniz-Gemeinschaft

Die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (Leibniz-Gemeinschaft) bearbeitet gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreibt erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung, unterhält wissenschaftliche Infrastrukturen und Forschungsmuseen und bietet forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt außerdem Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Der Leibniz-Gemeinschaft gehören insgesamt 89 Forschungseinrichtungen an, die gemeinsam von Bund und Ländern finanziert werden; eine weitere, nicht gemeinsam finanzierte Einrichtung ist assoziiert. Das Forschungsspektrum der Einrichtungen reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft verfügten 2014 über ein Gesamtbudget von rund 1,64 Mrd. Euro. Mit nahezu zwei Dritteln entfällt ein Großteil auf Mittel der institutionellen Förderung. Einen weiteren wesentlichen Anteil nehmen die eingeworbenen Drittmittel aus dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich ein, die sich 2014 auf insgesamt 363 Mio. Euro beliefen.

Die zur Leibniz-Gemeinschaft gehörenden Forschungseinrichtungen beschäftigten 2014 insgesamt 18.144 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 9.217 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, 3.854 betreute Promovierende und 391 Auszubildende. Die Chancengleichheit von Männern und Frauen ist ein zentrales Anliegen der Leibniz-Gemeinschaft. Der Anteil der Frauen betrug bei den Promovierenden 46,3 %, beim wissenschaftlichen Personal 42,2 % und bei den wissenschaftlichen Leitungspositionen 27,3 %.

Seit 2006 wurden insgesamt 29 Leibniz Graduate Schools eingerichtet. Von strategischer Bedeutung sind außerdem Hochschulkooperationen für die Leibniz-Gemeinschaft: Im Jahr 2014 gab es 331 gemeinsame Berufungen von leitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Leibniz-Instituten an Hochschulen. Mit den im Jahr 2015 existierenden zwölf WissenschaftsCampi bietet die Leibniz-Gemeinschaft ein gut funktionierendes Modell zur Kooperation von universitärer und außeruniversitärer Forschung. Voraussichtlich sieben weitere WissenschaftsCampi werden im Jahr 2016 ihre Arbeit aufnehmen. Ein WissenschaftsCampus ermöglicht die thematisch fokussierte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Leibniz- Einrichtungen im Sinne einer gleichberechtigten, komplementären, regionalen Partnerschaft.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehört auch die überwiegende Anzahl der überregionalen Fachinformationseinrichtungen und der zentralen Fachbibliotheken in Deutschland. Ihre Hauptaufgabe besteht u. a. im Aufbau und der Bereitstellung von Literatur- und Fachinformationsdatenbanken einschließlich der dazugehörigen Fachinformationsrechenzentren zur Onlinenutzung sowie Angebot und Vertrieb von Fachinformationsdiensten sowie die Bereitstellung von Informationsdatenbanken für die Onlinenutzung über Fachinformationsrechenzentren.

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Akademien der Wissenschaften

Wesentliche Aufgabe der Akademien ist es, langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung zu koordinieren sowie einen interdisziplinären Dialog zu fördern. Zu ihren weiteren Aufgaben gehört die Beratung der Gesellschaft. Mit Symposien und öffentlichen Veranstaltungen tragen sie zu einem intensiven Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft bei. Der Grundhaushalt der Landesakademien der Wissenschaften wird vom jeweiligen Sitzland finanziert.

Die Akademien der Wissenschaften in Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Mainz und München haben sich in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossen, um ihre Grundlagenforschungen zu koordinieren und sich gegenüber den Wissenschaftsorganisationen im Inland wie im Ausland wirkungsvoller darzustellen. Insgesamt sind in den Mitgliedsakademien mehr als 1.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertreterinnen und Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das Akademienprogramm, das derzeit größte geisteswissenschaftliche Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland. Es wird von Bund und Ländern je zur Hälfte finanziert und umfasst ein Gesamtvolumen von derzeit rund 63 Mio. Euro.

Zum Kreis der Akademien zählen darüber hinaus die Deutsche Akademie für Technikwissenschaften (acatech) in München und die Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften in Halle (Saale). acatech ist eine Arbeitsakademie mit derzeit 443 ad personam berufenen Mitgliedern aus Wissenschaft und Wirtschaft (Stand 2015). Sie fördert zum einen den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft; zum anderen berät und informiert die Akademie selbstbestimmt und unabhängig zu Technikthemen, die für die Zukunft des Standorts Deutschland von Bedeutung sind. Bund und Länder beteiligen sich jeweils zur Hälfte an der staatlichen Grundfinanzierung. Darüber hinaus wird acatech mit Mitteln der Wirtschaft gefördert.

Die zusätzlich mit der Aufgabe als Nationale Akademie der Wissenschaften betraute Leopoldina wird vom Bund (BMBF) und dem Land Sachsen-Anhalt im Verhältnis 80 zu 20 finanziert. Die derzeit rund 1.500 Mitglieder kommen überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern. Als Nationalakademie hat sie die Aufgabe, die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in internationalen Akademiegremien zu repräsentieren. Zudem übernimmt sie spezielle Aufgaben der wissenschaftsbasierten Beratung von Politik und Öffentlichkeit.

Hinzu kommt die 2001 gegründete Junge Akademie, welche 2011 auf eine dauerhafte Grundlage gestellt wurde. Sie verleiht speziell dem wissenschaftlichen Nachwuchs Gehör und schafft Möglichkeiten zur Mitgestaltung. Um darüber hinaus auch zur Stärkung des internationalen wissenschaftlichen Nachwuchses beizutragen, unterstützt der Bund die Global Young Academy.

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