Basis für Kreativität und Innovation legen

Die Bundesregierung setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die ein verlässliches und produktives Umfeld für Innovationstätigkeit und Wertschöpfung ermöglichen. Sie stellt sich dem internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe mit modernen und lebensphasengerechten Angeboten. Qualifizierte Frauen und Männer sind der Schlüssel zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Sicherung der Fachkräftebasis gehört zu den zentralen Zukunftsaufgaben Deutschlands. Für das Entstehen kreativer Ideen und die Umsetzung in Innovationen sind zudem faire Wettbewerbsbedingungen, offene Märkte, ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten und ein wirksamer Schutz von Immaterialgüterrechten wesentliche Voraussetzungen.

Fachkräftepotenziale aktivieren

In einer älter werdenden Gesellschaft ist die Sicherung der Fachkräftebasis essenziell, um die Innovationsfähigkeit auch langfristig zu erhalten. Die duale Berufsausbildung ist eine wichtige Grundlage, um den Fachkräftebedarf vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen künftig zu sichern. Angesichts der zunehmenden Ausdifferenzierung und Vielfalt der Bildungslandschaft brauchen Jugendliche Unterstützung, z. B. durch Maßnahmen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, um sie für eine Ausbildung zu gewinnen. Mit der Ende 2014 geschlossenen Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015–2018 haben sich die Bundesregierung, die Bundesagentur für Arbeit (BA), Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder gemeinsam zum Ziel gesetzt, die duale Berufsausbildung in Deutschland zu stärken und für die Gleichwertigkeit der betrieblichen und akademischen Ausbildung zu werben. Sie flankieren damit konkrete Programme und Unterstützungsmaßnahmen. Mit dem von der Bundesregierung im Februar 2016 auf den Weg gebrachten Gesetzentwurf zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung und des Versicherungsschutzes in der Arbeitslosenversicherung (AWStG) sollen insbesondere Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verstärkt für eine berufliche Weiterbildung gewonnen und damit Fachkräfte- und Qualifizierungspotenziale aktiviert werden (siehe auch I 3 Für Perspektiven durch Bildung und Integration).

Über Aus- und Weiterbildung hinaus ist auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse ein effektives Instrument der Fachkräftesicherung. Das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (Anerkennungsgesetz) des Bundes hilft, Menschen mit ausländischen Abschlüssen besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren: In den ersten drei Jahren von 2012 bis 2014 sind mehr als 44.000 Anträge auf Anerkennung gestellt und die große Mehrheit der beruflichen Auslandsabschlüsse als gleichwertig anerkannt worden. Passgenaue Information und Beratung tragen wesentlich zum Anerkennungserfolg bei. Gemeinsam mit den Partnern in der Wirtschaft und den Ländern wird die Bundesregierung diese Erfolgsgeschichte weiter vorantreiben.

Auch bei Ausschöpfung des gesamten inländischen Fachkräftepotenzials werden verstärkt qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland benötigt. Mit Informationsmaßnahmen wie dem Portal www.make-it-in-germany.com oder der neuen Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland informiert die Bundesregierung über die Arbeitsbedingungen in Deutschland sowie über die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Auch für die gegenwärtig nach Deutschland flüchtenden Menschen hat die Bundesregierung rasch gezielte Maßnahmen ergriffen, um sie in ihrem Integrationswillen zu unterstützen und für die Aufnahme von Beschäftigungsverhältnissen vorzubereiten.

Die Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland von BMAS, BMWi, BMBF, BMFSFJ, BDA, DGB, IG Metall, IG BCE, ver.di, DIHK, ZDH und BA bündelt bestehende Angebote und verbessert die Verbreitung von „Best Practices“ aus dem Unternehmensalltag. Inhaltliche Schwerpunkte liegen bei den Potenzialgruppen der Frauen, Älteren und Zugewanderten. Gemeinsam treten die Partner für Fachkräftesicherung und attraktive Arbeitsbedingungen ein.

Das Innovationsbüro Fachkräfte für die Region identifiziert, kategorisiert und qualifiziert durch umfangreiche Beratungs-, Informations- und Veranstaltungsangebote regionale Netzwerke zur Fachkräftesicherung. In den derzeit 580 aktiven Netzwerken haben sich arbeitsmarktnahe Akteure wie etwa Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Kommunen, Industrie- und Handelskammern und Verbände, aber auch Unternehmen erfolgreich vernetzt und gemeinsam regionale Projekte und Initiativen zur regionalen Fachkräftesicherung angestoßen.

weiterlesen

Wagniskapital erschließen

Der Zugang zu geeigneter Finanzierung ist eine wesentliche Voraussetzung von Innovationstätigkeit, hauptsächlich für junge, dynamische Start-ups. Die Bundesregierung hat mit den Maßnahmen aus dem Eckpunktepapier Wagniskapital die richtigen Weichen gestellt, um jungen Gründerinnen und Gründern den Zugang zum Wagniskapitalmarkt weiter zu erleichtern.

Mit INVEST werden gezielte Anreize für Business Angels gesetzt, Unternehmen in einer frühen Phase nach ihrer Gründung Kapital bereitzustellen. In 2016 soll der Kreis der Antragsteller ausgeweitet und die Obergrenze für die Förderung erhöht werden. Der High-Tech Gründerfonds, der ERP-Startfonds sowie dessen Nachfolger coparion investieren in forschungsintensive Technologieunternehmen in der Start-up- und Expansionsphase. Durch die neue ERP/EIF-Wachstumsfazilität mit einem Volumen von 500 Mio. Euro wird künftig der Kapitalbedarf schnell wachsender, kapitalintensiver Unternehmen in einer Größenordnung von bis zu 20 Mio. Euro besser gedeckt. Darüber hinaus beteiligt sich der ERP/EIF-Dachfonds an Wagniskapitalfonds, die in junge Technologieunternehmen vorwiegend in Deutschland investieren. Mit dem European Angels Fonds werden zudem Kofinanzierungen von Investitionen erfahrener Business Angels in innovative Unternehmen ermöglicht.

weiterlesen

Rechtsrahmen weiterentwickeln

Ein intensiver Wettbewerb ist die wichtigste Triebfeder für Innovationen. Wettbewerbsbeschränkungen und Marktzugangshindernisse erschweren es gerade jungen Unternehmen, mit ihren neuen Produkten und Dienstleistungen Markterfolge zu erzielen. Daher schützt das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur den Wettbewerb zwischen den Marktakteuren.

Dies gilt vor allem im Telekommunikationsbereich. In diesem sich besonders dynamisch entwickelnden Sektor müssen die Regulierungen laufend an die technische Entwicklung angepasst werden, um Innovationen zu stimulieren. So zielt z. B. die vom Bundeskabinett im September 2015 verabschiedete Änderung des Telemediengesetzes (TMG) auf mehr Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber in Haftungsfragen, um auf diesem Weg eine größere WLAN-Abdeckung in Deutschland sowie die schnelle Verbreitung innovativer Geschäftsmodelle zu erreichen. Das parlamentarische Verfahren hierzu läuft derzeit noch. Zur Stärkung von Verbrauchern und Wettbewerb wird eine neue gesetzliche Regelung die Routerfreiheit ermöglichen. Das Gesetz tritt zum 1. August 2016 in Kraft.

Normung und Standardisierung sowie ein leistungsfähiges Messwesen sind integrale Bestandteile der Wirtschafts- und Innovationspolitik. Der Abbau nicht tarifärer Handelshemmnisse sowie die internationale Harmonisierung von Standards und Normen sind Gegenstand aktueller multi- und bilateraler Verhandlungen. Das Messwesen wurde durch das 2015 veröffentlichte Mess- und Eichgesetz neu geordnet und konsequent an europäische Richtlinien angepasst. Die öffentliche Beschaffung kann infolge ihres hohen Volumens von mehr als 300 Mrd. Euro pro Jahr wichtige Anreize für mehr Innovationen in der Wirtschaft sorgen. Ein Kompetenzzentrum berät öffentliche Beschaffer darin, mehr Innovationen am Markt nachzufragen und so Innovationsanreize für die Wirtschaft zu setzen.

weiterlesen