Brandenburg

Das Wissenschaftssystem in Brandenburg

Brandenburg verfügt über eine international erfolgreiche Forschungslandschaft, die durch wissenschaftliche Qualität, Vielfalt und Leistungsstärke gekennzeichnet ist. Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg hat sich zu einem der europaweit herausragend sichtbaren Forschungsräume außeruniversitärer und hochschulischer Forschung entwickelt.

In Brandenburg befinden sich drei Institute der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), vier Einrichtungen bzw. Außenstellen der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), zehn Institute bzw. Standorte der Leibniz-Gemeinschaft, zwei Einrichtungen und eine Arbeitsgruppe der Fraunhofer-Gesellschaft sowie eine Vielzahl weiterer Forschungseinrichtungen.

Die Einrichtungen kooperieren unter anderem über 74 gemeinsame Berufungen erfolgreich mit den vier Universitäten und vier Fachhochschulen des Landes, die selbst eine breit angelegte Forschung betreiben. Die Universität Potsdam (UP) hat ihre besonderen Stärken im naturwissenschaftlichen Bereich sowie im national wie international renommierten Exzellenzbereich Kognitionswissenschaften. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTUCS) hat sich, was der Wissenschaftsrat kürzlich ausdrücklich begrüßt hat, auf die strategischen Forschungsfelder „Smart Regions and Heritage", „Energy Efficiency and Sustainability", „Biotechnology for Environment and Health", „Cognitive and Dependable Cyber-Physical Systems", ausgerichtet. Die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (EUV) stellt die in Bewegung geratenen europäischen Grenzen und Ordnungen in den Mittelpunkt von Forschung und Lehre („Border/s in Motion"). Zentrales Forschungsthema der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf (FBKW) ist der Umgang mit dem Medium Film im digitalen Zeitalter.

Die im bundesweiten Vergleich besondere Drittmittelstärke Brandenburger Fachhochschulen soll gezielt weiter gefördert werden.

Das Forschungsprofil der Hochschulen orientiert sich zudem an den Zukunftsfeldern der Gemeinsamen Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg (innoBB, siehe auch unten Ausführungen zu Cluster- und Netzwerkförderung).

Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane als jüngste staatlich anerkannte Universität im Land setzt in der Forschung den Fokus auf die Medizin des Alterns.

Zudem existieren zwei landesinterne Fachhochschulen (für Polizei und Finanzen) und schließlich zwei staatlich anerkannte private Fachhochschulen (Fachhochschule für Sport und Management Potsdam und Theologische Hochschule Elstal).

Brandenburger außeruniversitäre Forschungseinrichtungen prägen in Forschungsfeldern von nationaler und internationaler Bedeutung den Stand der globalen Forschung mit.

Zu den ausgewiesenen Kompetenzbereichen außeruniversitärer Forschung des Landes gehören beispielsweise Astrophysik, Geo-, Klima-, Energie- und Umweltforschung, Forschung zu Schlüsseltechnologien mit Schwerpunkten in der Materialforschung, Medizintechnik und Höchstfrequenzelektronik, Life Sciences und weiten Teilen der Bioökonomie (insbesondere Agrar- und Landschaftsforschung, Biotechnologie und Ernährungsforschung) sowie Zeitgeschichte.

Am größten Forschungsstandort des Landes Brandenburg, dem Wissenschaftspark Potsdam-Golm, sind in unmittelbarer Nähe zu drei Brandenburger Max-Planck-Instituten (MPI) – MPI für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung und MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie – das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP), der Fraunhofer-Institutsteil für Zelltherapie und Immunologie für Bioanalytik und Bioprozesse (IZI-BB) sowie die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam und ein Gründungszentrum angesiedelt.

Eine Fraunhofer-Projektgruppe für „Mesoskopische Aktoren und Systeme MESYS" entwickelt an der BTU Cottbus-Senftenberg neuartige Klassen von mikromechanischen Aktoren.

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG) entwickelt am Institut für Biomaterialforschung am Standort Teltow gemeinsam mit der Berliner Charité im Berlin-Brandenburger Zentrum für Regenerative Therapien (BCRT) Technologien und Verfahren auf dem Gebiet der regenerativen Medizin.

Der im Aufbau befindliche Brandenburgische Gesundheitscampus soll als Verbund aus Universitäten, weiteren Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die medizinische Forschung im Land Brandenburg stärken, die Gesundheitsfachberufe und -forschung vernetzen sowie die praxisnahe Aus- und Weiterbildung in Gesundheit und Pflege befördern. Zudem soll ein breites Netzwerk aus Kliniken in den Campus eingebunden werden.

Die Brandenburger Landesregierung setzt in hohem Maße auf Investitionen in Forschungsinfrastrukturen als Grundlage für exzellente Forschungsergebnisse. Dies wird besonders an den Baumaßnahmen bei den Forschungseinrichtungen sichtbar, die das Land Brandenburg in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Bund erfolgreich umgesetzt und weiter geplant hat.

Als wesentliche Maßnahmen innerhalb einer Vielfalt von Aktivitäten zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses können beispielhaft der Ausbau der strukturierten Ausbildung von Promovierenden, die Bemühungen um eine gezieltere Förderung von Postdocs sowie die Stiftung eines – mit je 20.000 Euro vom Land dotierten – Postdoc-Preises in zwei fachlichen Kategorien angeführt werden.

Kartographische Darstellung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Brandenburgs

Datenbasis: Hochschulen – Hochschulrektorenkonferenz, Stand 01/2016; Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Bundes- und Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben – Bundesbericht Forschung und Innovation 2016, EB II, Eigenangaben der Einrichtungen. © EuroGeographics bezüglich der Verwaltungsgrenzen. Standortkoordinaten: Geoinformationen © Vermessungsverwaltungen der Bundesländer und infas GEOdaten. © BMBF, Kartographische Darstellung: RISO, DLR Projektträger 2016.