FuE-Ergebnisse

Erfolgreiche FuE-Aktivitäten führen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen bzw. Entdeckungen oder technischen Erfindungen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse schlagen sich nieder in wissenschaftlichen Publikationen, die technischen Erfindungen in Patenten.

Bibliometrische Parameter wie die Anzahl der Publikationen bzw. der Zitationen werden oftmals als Indikatoren der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes im engeren Sinne herangezogen; Patente dienen demgegenüber als Messzahl der technologischen Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus lassen sich wissenschaftliche Publikationen und Patente auch als Output-Indikatoren des FuE-Prozesses bezeichnen. Bezogen auf den gesamten Innovationsprozess entsprechen sie allerdings eher Zwischenergebnissen, die ihrerseits wiederum Voraussetzung (Input) für die Verwertung dieser Erkenntnisse und für Erfindungen in Wirtschaft und Gesellschaft sind. Deshalb wird auch bei wissenschaftlichen Publikationen und Patenten von sogenannten Throughput-Indikatoren gesprochen.

Wissenschaftliche Leistung: Publikationen

Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Produktionsfaktors Wissen werden Publikationsaktivitäten in innovationspolitischen Kontexten zunehmend für internationale Vergleiche der wissenschaftlichen Leistung verwendet. Zu berücksichtigen ist hier, dass quantitätsbezogene Vergleiche von Publikationskennziffern eine umsichtige Erfassung und Interpretation der Daten voraussetzen. So bestehen beispielsweise bei der Publikationsneigung zwischen den Wissenschaftsdisziplinen erhebliche Unterschiede. [1]

Die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen ist in den vergangenen Jahren weltweit kontinuierlich gestiegen. Der Publikationsoutput in Deutschland folgt diesem Trend. Der weltweite Anstieg wird zum Teil durch die Entwicklungen in den BRICS-Staaten, hier in erster Linie von China, bestimmt. Zwischen 2004 und 2014 hat China seinen Publikationsoutput um mehr als das Vierfache gesteigert. Die Anteile der USA und die der EU-28-Länder verzeichnen hingegen einen graduellen Rückgang. Die USA stellen jedoch weiterhin weltweit den größten Teil der wissenschaftlichen Publikationen. Deutschlands Anteil ist im Zeitverlauf von 2004 bis 2014 von 6,1 % auf 4,8 % gesunken. [2]

Bei der Anzahl der Publikationen pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner eines Landes verzeichnen die Schweiz und die skandinavischen Länder besonders hohe Werte. Deutschland lag 2014 bei 1.318 Publikationen pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner und damit über dem Wert der USA, der EU-28 und Japans (siehe auch EB I Daten und Fakten zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem).

Grafische Abbildung des Zeitverlaufs (2004 – 2012) der Exzellenzrate (10 %): Deutschland im internationalen Vergleich

Abb. II-14: Zeitverlauf (2004 – 2012) der Exzellenzrate (10 %): Deutschland im internationalen Vergleich

BMBF

Der internationale Vergleich von Publikationsaktivitäten hat für sich betrachtet noch einen geringen Aussagegehalt über die Würdigung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Bibliometrische Kennzahlen, die beispielsweise Rückschlüsse auf die Zitationshäufigkeit des nationalen Publikationsoutputs oder den Vernetzungsgrad des Wissenschaftssystems ermöglichen, sind z. B. die Exzellenzrate und der Anteil der Kopublikationen.

Die Exzellenzrate Deutschlands (Anteil der Publikationen, die zu den 10 % höchstzitierten Publikationen in den jeweiligen Wissenschaftsdisziplinen gehören) ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2012 betrug die Exzellenzrate der wissenschaftlichen Publikationen Deutschlands 16 %. Damit liegt Deutschland auf Rang 6 (2004 Rang 9) hinter Belgien, den USA, den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz (siehe auch Abb. II-14). Das bedeutet, dass in Deutschland nicht nur mehr, sondern vermehrt auch in der Spitze der jeweiligen Disziplinen publiziert wird. Auch die Exzellenzrate Chinas ist in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. [3]

Der Vernetzungsgrad der Wissenschaft hat in den vergangenen Jahren weltweit zugenommen. Dies lässt sich u. a. an der Anzahl der wissenschaftlichen Kopublikationen ablesen, die in Kooperation von Autorinnen und Autoren aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen und der Wirtschaft entstanden sind. Gleiches gilt für den Anteil der Publikationen, die von Autorinnen und Autoren aus mehreren Ländern erstellt wurden. Deutschland weist in diesem Zusammenhang einen überdurchschnittlich hohen internationalen Vernetzungsgrad auf. So waren 2013 etwa 54 % der Publikationen internationale Kopublikationen. [4]

 

[1]     GWK (2015): Pakt für Forschung und Innovation, Monitoring-Bericht 2015, Heft 42.

[2]     Mund, C. et al. (2016): Performance and Structures of the German Science System 2015, Studien zum deutschen Innovationssystem, Nr. 7-2016.

[3]     Web of Science, Berechnungen des Fraunhofer ISI (2016).

[4]     Mund, C. et al. (2014): 4. Indikatorenbericht Bibliometrische Indikatoren für den PFI Monitoring Bericht 2015 sowie GWK (2015): Pakt für Forschung und Innovation, Monitoring-Bericht 2015, Heft 42.

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Technologische Leistung: Patente

Patente werden häufig als Indikatoren der technologischen Leistungsfähigkeit verwendet. Auch wenn Daten hierzu leicht verfügbar sind, ist ihre Interpretation im Hinblick auf FuE-Ergebnisse in der Volkswirtschaft nicht unproblematisch. So gibt es bestimmte Branchen, in denen Erfindungen beispielsweise aus Geheimhaltungsgründen grundsätzlich nicht oder kaum patentiert werden.

Als weltmarktrelevante oder transnationale Patente werden Erfindungen bezeichnet, die in Europa oder bei der World Intellectual Property Organization (WIPO) angemeldet wurden. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sind solche Patente von besonderer Bedeutung, weil sie den Schutz der Erfindung auch jenseits des Heimatmarktes betreffen. Hinsichtlich dieses Indikators sind für Deutschland Zuwachsraten auf hohem absolutem Niveau zu verzeichnen. Der Zuwachs an Patenten pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner betrug von 2003 bis 2013 rund 9 %. Deutschland liegt hierbei mit großem Abstand über dem EU-Durchschnitt (siehe auch Abb. II-15): bei mehr als 240 % der jeweiligen europäischen Werte.

Im Vergleich zu den USA weist Deutschland fast doppelt so viele transnationale Patente pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner auf. In Japan ist ein Aufholprozess zu verzeichnen: Die Patentintensität stieg in der Dekade 2003 bis 2013 um 52 % und liegt mittlerweile leicht über dem deutschen Wert. Auch die Patentintensität Südkoreas ist seit 2000 stark angewachsen (plus 226 %). Die Patentintensität Chinas ist zwar in den vergangenen Jahren gestiegen, spielt aber im internationalen Vergleich bislang eine eher untergeordnete Rolle. In Europa weisen neben Deutschland vor allem die Schweiz, Schweden und Finnland ebenfalls hohe Patentintensitäten auf. Dieses Bild ist im Zeitverlauf recht stabil.

Grafische Abbildung der weltmarktrelevanten Patente (2001 – 2013): Deutschland im internationalen Vergleich

Abb. II-15: Weltmarktrelevante Patente (2001 – 2013): Deutschland im internationalen Vergleich

BMBF

Werden Patente nach Technologiebereichen unterschieden, zeigt sich im internationalen Vergleich folgendes Bild: In China, den USA und Kanada, Schweden, Japan, Südkorea und Israel wird ein großer Teil der Patente in den Spitzentechnologien angemeldet. Deutschland hingegen weist ebenso wie die Schweiz, Dänemark und Japan einen vergleichsweise niedrigeren Anteil in den Spitzentechnologien (z. B. Computer, Elektronik oder Pharma), dafür aber eine deutliche Stärke bei den hochwertigen Technologien (z. B. Automobil, Maschinenbau) auf (siehe auch EB I Infobox Abgrenzung der Spitzen- und Hochtechnologie). [5]

 

[5] Vgl. Neuhäusler, P. et al. (2014): Patent Applications – Structures, Trends and Recent Developments 2013, Studien zum deutschen Innovationssystem, Nr. 4-2014.

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