Für Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit durch Internationalität

Nur wer über Ländergrenzen hinweg blickt, kann von globalem Wissen profitieren. Für Deutschland ist Internationalität zum entscheidenden Standortfaktor und Wettbewerbsvorteil geworden. Die Bundesregierung treibt diese Entwicklung mit der Internationalisierungsstrategie gezielt voran.

Globale Herausforderungen können nur partnerschaftlich bewältigt werden. Als einer der weltweit führenden Innovationsstandorte besitzt Deutschland hierbei national wie international eine aktiv mitgestaltende Rolle. In diesem Sinne hat sich die Bundesregierung auf dem G-7-Gipfel in Schloss Elmau für mehr Kooperation in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und zur Lösung drängender aktueller Krisen starkgemacht. Die internationale Vernetzung aller deutschen Akteure aus Wissenschaft und Forschung und ihre Integration in transnationale Wissensflüsse leistet einen entscheidenden Beitrag zur Vorbereitung auf und Lösung von solchen Herausforderungen. Sie ist ebenso Garant für die Sicherung der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft und wird von der Bundesregierung konsequent gefördert. Europa bleibt dabei stets ein zentraler Pfeiler des internationalen Engagements Deutschlands.

Bildung, Forschung und Innovation befinden sich im Zuge der Globalisierung und der wachsenden internationalen Verflechtung in einem ständigen Wandel. In Anbetracht zunehmend transnationaler Prozesse der Wissenserzeugung und -verwertung gilt es mehr als je zuvor, sich als leistungsstarker Innovationsstandort zu positionieren. Zahlreiche Indikatoren belegen, dass sich Deutschland in der internationalen Spitzengruppe befindet und von der Globalisierung profitiert:

  • Im Handel mit forschungs- und entwicklungsintensiven Waren konnte Deutschland mit einem Weltmarktanteil von rund 12 % seine hervorragende globale Wettbewerbsposition hinter China und vor den USA halten. Medium- und Hightech-Güter-Exporte machen rund 9 % der deutschen Handelsbilanz aus.
  • Der Zuwachs an weltmarktrelevanten Patenten pro eine Million Einwohnerinnen und Einwohner betrug von 2003 bis 2013 rund 9 %. Die Zahl weltmarktrelevanter Patente pro Mio. Einwohner liegt damit in Deutschland um mehr als 240 % über dem EU-27-Durchschnitt.
  • In Deutschland entstanden 2013 insgesamt 59 % der Publikationen in Kooperation von Forschern aus mehreren Forschungseinrichtungen. Besonders hoch ist der Anteil internationaler Kopublikationen, dieser betrug 54 % im Jahr 2013. Damit weist die Wissenschaft in Deutschland einen überdurchschnittlich hohen Vernetzungsgrad auf.
  • Laut „EU Industrial R&D Investment Scoreboard“ kommen mittlerweile fünf der zehn innovationsstärksten Unternehmen Europas aus Deutschland.
  • Im „Innovation Union Scoreboard 2015“ der Europäischen Kommission befindet sich Deutschland an vierter Stelle und ist damit einer der europäischen Innovationsführer.
  • Deutschland gilt als attraktiver Studien- und Forschungsstandort und belegt Platz drei unter den Zielländern internationaler Studierender der OECD-Länder hinter den USA und dem Vereinigten Königsreich.

Potenziale internationaler Zusammenarbeit

Die Bundesregierung will Potenziale und Chancen für Deutschland, die in der internationalen Kooperation liegen, auch künftig weiter ausschöpfen. Gleichzeitig muss Deutschland sich auch seiner globalen Verantwortung stellen: wegweisende Antworten auf die globalen Herausforderungen unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften finden und Lösungen mitgestalten – z. B. zu einer immer nachhaltigeren Wirtschaft und der Energiewende oder den Fragen nach Fachkräften, Migration und beruflicher Mobilität. Außerdem wird durch internationale Kooperation die Rolle Deutschlands und die Präsenz der deutschen Wissenschaft und Forschung in den zusammenwachsenden Wirtschafts-, Wissenschafts- und Ballungsräumen gestärkt. Die Instrumente der Bundesregierung reichen von der Sondierung und Initiierung künftiger Zusammenarbeit über die Durchführung konkreter Forschungs- und Innovations- und Bildungsprojekte, die Erarbeitung gemeinsamer Förderprogramme bis zum Betrieb gemeinsamer Forschungsinfrastrukturen (siehe auch V Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation).

Die Einbettung in den europäischen Kontext wird von der Bundesregierung besonders vorangetrieben, da Europa durch die Schaffung des Europäischen Forschungsraums (EFR; ERA – engl. European Research Area) zum bestimmenden Faktor bei der Ausrichtung der internationalen Forschungspolitik wird. Das gemeinsame Vorgehen wichtiger EU-Mitgliedstaaten verleiht Europa höhere Sichtbarkeit und größeres Gewicht gegenüber den anderen großen Innovationsräumen der Welt. In Ergänzung zu nationalen Forschungsprogrammen ist Horizont 2020 (Laufzeit 2014 bis 2020) mit einem Gesamtfördervolumen von 77 Mrd. Euro das weltweit größte Programm.

Darüber hinaus stärkt Deutschland die bilaterale Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerländern weltweit. Dies gilt in erster Linie für Länder mit hoher Entwicklungsdynamik und bedeutenden Zukunftsmärkten und ist im Hinblick auf attraktive Wissenschafts- und Technologieressourcen von strategischer Bedeutung.

Die Ressortforschungseinrichtungen des Bundes nehmen durch ihre internationalen Kontakte und ihre spezifischen Aufgaben an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und internationalen Harmonisierung von Methoden, Standards, Normen und Regelungen wahr. Damit schaffen sie die Voraussetzungen für den Erfolg von Innovationsprozessen und für die internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung von globalen gesellschaftlichen Herausforderungen wie beispielsweise der Ebola-Epidemie oder der Bekämpfung von antimikrobiellen Resistenzen.

Auf langfristige Wirkung ist das Engagement Deutschlands in multilateralen Initiativen und Institutionen wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD – engl. Organization for Economic Cooperation and Development) und der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO – engl. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) angelegt. Diese bieten zum einen den Rahmen, um auf globaler Ebene gemeinsame Forschungsstandards und Rahmenbedingungen zu entwickeln. Zum anderen verbessern internationale Organisationen durch gezielte Datenaufbereitung und Analysen die Entscheidungsgrundlage nationaler und internationaler Politik – ein Beispiel hierfür ist der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC – engl. Intergovernmental Panel on Climate Change).

weiterlesen

Internationalisierung priorisiert vorantreiben

Die internationale Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Innovation stärkt den Standort Deutschland. Kooperation und Wettbewerb liegen dabei oft eng beieinander. Die Bundesregierung hat daher strategische Prioritäten definiert und Instrumente entwickelt, um Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Sie übernimmt globale Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft. Mit der Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung 2008 wurde ein Rahmen für die vielfältigen Aktivitäten der Bundesregierung in diesem Bereich gesetzt. Mit der Umsetzung des Aktionsplans Internationale Kooperation wird das Profil von Deutschland als erfolgreicher Wissenschafts-, Bildungs- und Innovationsstandort weiter geschärft.

Entlang des Wissensdreiecks Forschung, Innovation und Bildung definiert die Bundesregierung drei prioritäre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit. Zwei weitere inhaltliche Prioritäten zielen auf Deutschlands Verantwortung in der Welt:

  • Wissenschaftliche Exzellenz durch internationale Zusammenarbeit
  • Innovationspotenziale international erschließen
  • Stärkung der Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern
  • Internationale Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen leisten
  • Durch Ausbildung Perspektiven für Mensch und Wirtschaft schaffen

Der Aktionsplan war ein wichtiger Schritt im aktuellen Prozess der Weiterentwicklung der Internationalisierungsstrategie. Da die Internationalisierung das gesamte Wissenschaftssystem – von den Forschungseinrichtungen über die Hochschulen und Mittlerorganisationen bis hin zu den forschenden Unternehmen – inzwischen maßgeblich prägt und Deutschland Antworten auf die damit verbundenen Herausforderungen finden muss, wird ein besonderer Schwerpunkt sein, die Aktivitäten der Wissenschaftseinrichtungen noch besser zu vernetzen.

Um diese Ziele zu erreichen, verfügt die Bundesregierung über ein umfangreiches Instrumentarium. Hierzu zählt eine verstärkte Vernetzung der internationalen Aktivitäten der deutschen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen, die Bereitstellung exzellenter Forschungsinfrastrukturen für die Forschungskooperationen im internationalen Kontext, die Förderung ausländischer Studierender sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auch die Hightech-Strategie fördert durch den Ausbau internationaler Forschungskooperationen, die Internationalisierung von Spitzenclustern und vergleichbaren Netzwerken sowie die aktive Einbeziehung ausländischer Partner die Intensivierung des internationalen Austausches und die grenzüberschreitende Erschließung von Innovationspotenzialen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der internationalen Sichtbarkeit Deutschlands als attraktiver Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort. Das Forschungsmarketing, die Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäuser und die Stärkung der Willkommenskultur für ausländische Forscherinnen und Forscher spielen hierfür eine ganz wesentliche Rolle.

Die Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung wird aktuell weiterentwickelt. Dies erfolgt in Umsetzung der Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag.

weiterlesen