Grundfinanzierung der Forschungseinrichtungen

Die Bundesregierung fördert Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen teilweise allein, gemeinsam mit den Ländern oder in Kooperation mit weiteren Partnern. Mit Blick auf die weiter zunehmende Bedeutung von Forschung und Innovation sind in den letzten Jahren die gemeinsamen Förderaktivitäten von Bund und Ländern erheblich ausgeweitet worden (siehe auch II 2.1 Bund und Länder, EB I Daten und Fakten zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem, EB II Organisationen und Einrichtungen in Forschung und Wissenschaft sowie EB III Forschungs- und Innovationspolitik der Länder). Gemeinsam fördern Bund und Länder die folgenden Forschungseinrichtungen:

  • die Mitgliedseinrichtungen der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. (HGF),
  • die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (MPG),
  • die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (Fraunhofer),
  • die Mitgliedseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (Leibniz-Gemeinschaft),
  • die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften,
  • das Wissenschaftskolleg zu Berlin,
  • die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) sowie
  • das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).

Daneben fördern Bund und Länder gemeinsam als Fördereinrichtungen für Forschungsvorhaben

  • die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und
  • das Akademienprogramm der sieben deutschen Akademien der Wissenschaften.

Zudem wollen Bund und Länder mit der gezielten Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten die wissenschaftliche Konkurrenzfähigkeit der Forschung an Hochschulen stärken (siehe auch III 1.7 Naturwissenschaftliche Grundlagenforschung). Darüber hinaus findet eine intensive Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung statt. Der Bund und 13 Länder finanzieren insgesamt sechs Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung, und auch das neue Berliner Institut für Gesundheitsforschung wird gemeinsam durch den Bund und das Land Berlin gefördert (siehe auch III 1.4 Gesundheit und Ernährung). Schließlich fördern Bund und Länder gemeinsam als Forschungseinrichtung die Stiftung caesar (center of advanced european studies and research).

Die Grundfinanzierung der großen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen DFG, HGF, MPG, Fraunhofer und Leibniz-Gemeinschaft wie auch der weiteren genannten Einrichtungen erfolgt auf der Grundlage des Abkommens zwischen Bund und Ländern über die Einrichtung der GWK von 2007 und den dazugehörenden Ausführungsvereinbarungen. In diesen sind die Bund-Länder-Schlüssel der Finanzierung sowie die Aufteilung auf das Sitzland und die anderen Länder festgelegt. Der auf alle Länder entfallende Teil des Zuwendungsbetrags errechnet sich nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel, der das Verhältnis der Steuereinnahmen (zwei Drittel) und der Bevölkerungszahl der Länder (ein Drittel) berücksichtigt. Die Berechnung wird jährlich vom Büro der GWK durchgeführt und der ermittelte Schlüssel im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Bei der Aufteilung der öffentlichen Grundfinanzierung zwischen Bund und Ländern gelten die folgenden Regelungen (siehe auch Abb. IV-1):

  • DFG: Der Bundesanteil bei der Finanzierung der DFG beträgt 58 %, der Länderanteil 42 %, dieser wird nach dem Königsteiner Schlüssel erbracht. Durch den Hochschulpakt 2020 wurde neben der Förderung der direkten Projektkosten die Finanzierung einer Pauschale von 20 % für die indirekten Projektkosten eingeführt, die bis Ende 2015 alleine vom Bund getragen wird. Seit Januar 2016 wird eine Programmpauschale von 22 % gewährt, von der der Bund 20 %, die Länder 2 % finanzieren.
  • HGF: Der Bund-Länder-Schlüssel bei der HGF beträgt 90 : 10, wobei der Länderanteil in der Regel durch das Sitzland erbracht wird.
  • MPG: Der Bundesanteil bei der Finanzierung der MPG beträgt 50 %, der Länderanteil ebenfalls 50 %, Letzterer wird zur Hälfte vom Sitzland und zur Hälfte nach dem Königsteiner Schlüssel erbracht.
  • Fraunhofer: Der Bundesanteil beträgt hier 90 %, der Länderanteil von 10 % wird zu einem Drittel nach dem Königsteiner Schlüssel erbracht, zu zwei Dritteln nach dem Verhältnis des Zuwendungsbedarfs der Einrichtungen von Fraunhofer, die in einem Land ihren Sitz haben.
  • Leibniz-Gemeinschaft: Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft werden von Bund und Ländern in der Regel zu jeweils 50 % finanziert. Für sieben Institute wurde ein davon abweichender Bund-Länder-Schlüssel vereinbart. Der Länderanteil wird meist zu 75 % vom Sitzland und zu 25 % durch alle Länder nach dem Königsteiner Schlüssel erbracht. Für Einrichtungen, die in erheblichem Umfang wissenschaftliche Infrastrukturaufgaben wahrnehmen, werden 75 % des Länderanteils nach dem Königsteiner Schlüssel erbracht.
  • Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und das Wissenschaftskolleg zu Berlin werden vom Bund und dem jeweiligen Sitzland finanziert (Bund-Länder-Anteil: 80 : 20 bzw. 50 : 50). Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) wird je zur Hälfte vom Bund und allen Ländern nach Maßgabe des Königsteiner Schlüssels finanziert. Im Falle des DZHW beträgt der Finanzierungsanteil des Bundes 70 %, der auf die Länder entfallende Anteil in Höhe von 30 % wird ebenfalls nach dem Königsteiner Schlüssel umgelegt.
Grafische Abbildung der Gemeinsamen Förderung von Wissenschaft und Forschung durch Bund und Länder im Überblick

Abb.: IV-1: Gemeinsame Förderung von Wissenschaft und Forschung durch Bund und Länder im Überblick (Quelle: Angaben der GWK von 2015. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2014)

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