Hochschulen

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Hochschulen eine bedeutende Rolle ein und tragen entscheidend zur Sicherung von Fortschritt und Wohlstand in Deutschland bei. Als Stätten hochwertiger akademischer Ausbildung und Forschung sind Hochschulen zentrale Impulsgeber für das regionale Innovationsgeschehen. Das Spektrum der Forschung an Hochschulen reicht von der Grundlagenforschung über anwendungsorientierte Forschung bis hin zu Entwicklungsarbeiten.

Traditionell bilden die Hochschulen eine der tragenden Säulen des deutschen FuI-Systems. Sie führten 2013 FuE-Aktivitäten in Höhe von rund 14,3 Mrd. Euro durch und trugen damit zu 17,9 % der gesamten FuE bei. Ihre wichtige Stellung beruht auf dem thematisch, disziplinär und methodisch stark diversifizierten Forschungsbetrieb sowie der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vor allem an Universitäten. Dies verdeutlichen auch der kontinuierliche Anstieg des im Hochschulsektor eingesetzten FuE-Personals (gemessen in Vollzeitäquivalenten – VZÄ) sowie der steigende Anteil des wissenschaftlichen Personals (Forscherinnen und Forscher) am gesamten FuE-Personal der Hochschulen (siehe auch Abb. II-7). Zum FuE-Personal insgesamt zählen neben dem wissenschaftlichen Personal auch technisches sowie sonstiges Personal (siehe auch EB I Daten und Fakten zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem).

Grafische Abbildung der Anzahl des FuE-Personals nach Personalgruppen im Hochschulsektor in Deutschland

Abb. II-7: Anzahl des FuE-Personals nach Personalgruppen im Hochschulsektor in Deutschland (in Vollzeitäquivalenten)

BMBF

Als Hochschulen werden in Deutschland alle staatlichen und staatlich anerkannten privaten und kirchlichen Universitäten und Fachhochschulen ausgewiesen. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Forschung, forschungsorientierter Qualifizierung der Studierenden und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie tragen dadurch maßgeblich zum Erfolg des deutschen FuI-Systems bei. Es haben sich außerdem vielseitige Kooperationen entwickelt: innerhalb der Universitäten und Fachhochschulen, zwischen ihnen und mit außerhochschulischen Forschungseinrichtungen. Dies sind z. B. Verbundprojekte oder DFG-geförderte Sonderforschungsbereiche. Darüber hinaus existieren an Hochschulen sogenannte An-Institute. Dabei handelt es sich um rechtlich selbstständige Einrichtungen, die zwar organisatorisch, personell und räumlich mit Hochschulen verflochten, aber nicht deren integraler Bestandteil sind. Ihre Aufgabe ist die Erforschung wirtschafts- und anwendungsnaher Bereiche im Spannungsfeld zwischen angewandter Forschung und marktrelevanter Produktentwicklung.

Geografische Karte der Hochschulen auf Ebene der Bundesländer nach Art der Einrichtung

Abb. II-8: Anzahl der Hochschulen auf Ebene der Bundesländer nach Art der Einrichtung

Datenbasis: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11 Reihe 4.1 Bildung und Kultur: Studierende an Hochschulen, Wintersemester 2014/2015, Stand: 09/2015. © EuroGeographics bezüglich der Verwaltungsgrenzen. © BMBF, Kartographische Darstellung: RISO, DLR Projektträger 2016.

Die Fachhochschulen spielen inzwischen auch in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung eine immer größere Rolle. Im Hinblick auf ihren Praxisbezug und ihre regionale Einbindung sind sie wichtige Bindeglieder zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie prädestinierte Partner vor allem der kleinen und mittleren Unternehmen der Region, die keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen aufweisen.

Deutschland verfügt laut Statistischem Bundesamt derzeit über 427 Hochschulen, davon 107 Universitäten, 6 pädagogische Hochschulen, 16 theologische Hochschulen, 52 Kunsthochschulen, 217 allgemeine Fachhochschulen und 29 Verwaltungsfachhochschulen (siehe auch Abb. II-8).