Innovative Start-ups

Gründungen aus forschungs- und wissensintensiven Sektoren verfügen über ein hohes Innovations- und Marktpotenzial. Gerade für solche Gründungen steht nicht immer eine ausreichende private Finanzierung, zum Beispiel über Wagniskapital, bereit. Junge und innovative Start-ups sind in der Gründungs- und Wachstumsphase aber in besonderem Maße auf eine hinreichende Finanzierung und Beratung angewiesen.

Um die strukturellen Nachteile – das Fehlen von Sicherheiten, hohe Risiken bei Management, Märkten und Technologien – bei der Kapitalaufnahme für innovative Vorhaben auszugleichen, existiert ein breites Instrumentarium an Unterstützungsmaßnahmen (siehe auch Abb. III-2 Instrumente der Gründungsförderung und -beratung). Ziel ist es, die Zahl der innovativen Start-ups in Deutschland zu erhöhen, indem die vorhandenen Instrumente verbessert und Start-ups mit den globalen Wachstums- und Wertschöpfungszentren vernetzt werden. Die Finanzierungsinstrumente bieten passgenaue Unterstützung zu den wichtigsten Entwicklungsstadien junger Unternehmen.

Grafische Abbildung der Instrumente der Gründungsförderung und -beratung

Abb. III-2: Instrumente der Gründungsförderung und -beratung

BMBF

EXIST unterstützt Gründungsteams in der risikoreichen Vorgründungsphase (Seed-Phase) finanziell und beratend, um den Sprung von der Invention zur Geschäftsidee zu fördern. Die Initiativen Gründerwettbewerb – IKT Innovativ und Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio fördern Gründungen in ausgewählten Technologiefeldern. Frauen unternehmen fördert die Vernetzung und Beratung von angehenden Gründerinnen (siehe auch Infobox FRAUEN unternehmen).

Nach der Unternehmensgründung setzt INVEST gezielte Anreize für Business Angels, jungen Start-ups in einer frühen Unternehmensphase Kapital bereitzustellen. Im Jahr 2016 soll der Kreis der Antragsteller insbesondere auf Investoren in Venture-Capital-Fonds ausgeweitet werden, zudem ist geplant, die Obergrenze für die Förderung auf 500.000 Euro zu erhöhen. Der High-Tech Gründerfonds, der ERP-Startfonds sowie künftig dessen Nachfolger coparion investieren in forschungsintensive Technologieunternehmen in der Start-up- und Expansionsphase. Darüber hinaus beteiligt sich der ERP/EIF-Dachfonds an Wagniskapitalfonds, die in junge Technologieunternehmen vorwiegend in Deutschland investieren. Mit dem European Angels Fund (EAF) werden zudem Kofinanzierungen von Investitionen erfahrener Business Angels in innovative Unternehmen ermöglicht. Hinzu kommt künftig der ERP/EIF-Wachstumsfonds, der als Koinvestmentfonds in innovative deutsche Wachstumsunternehmen investieren soll. Mit German Accelerator unterstützt das BMWi junge Start-ups beim Eintritt in den US-amerikanischen Markt (siehe auch Infobox German Accelerator).

EXIST - Existenzgründung aus der Wissenschaft

Mit dem seit 1998 bestehenden technologieoffenen Förderprogramm EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft fördert das BMWi technologieorientierte Gründerteams in den Hochschulen. EXIST unterstützt die Ausbildung einer Kultur unternehmerischer Selbstständigkeit an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Das Förderprogramm besteht aus drei Maßnahmen und wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert:

  • Der 2010 gestartete Wettbewerb EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule unterstützt 22 Hochschulen dabei, eine hochschulweite Strategie zu Gründungskultur und Unternehmergeist herauszubilden. Im Herbst 2015 fand die Zwischenevaluierung der zwölf Strategiekonzepte der zweiten Wettbewerbsrunde statt.
  • Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Gründerinnen und Gründer an Hochschulen und Forschungseinrichtungen während der Vorgründungsphase, damit diese einen Geschäftsplan erstellen und ihre innovativen Produkt- oder Dienstleistungsideen entwickeln können. Die Gründerinnen und Gründer erhalten als Team ein einjähriges Stipendium sowie Sach- und Coachingmittel.
  • Der EXIST-Forschungstransfer erleichtert technisch besonders anspruchsvollen Gründungsvorhaben den oft nur schwer finanzierbaren Weg vom Labor zum Markt. Pro Jahr werden bundesweit 25 bis 30 forschungsbasierte Ausgründungsvorhaben aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in zwei 18-monatigen Förderphasen unterstützt.

Durch die EXIST-Förderung sind in den vergangenen Jahren mehr als 1.800 erfolgreiche Hightech-Gründungsvorhaben gefördert worden. Im Jahr 2014 erarbeitete das BMWi neue Richtlinien für das Förderprogramm, welche die Förderung von innovativen Start-ups weiter ausdehnt und so zusätzliche Anreize für Ausgründungen setzt: So wurde das EXIST-Gründerstipendium um 25 % angehoben, wodurch sich die Investitionsmittel von 17.000 auf 30.000 Euro erhöhten. Entsprechend ihrem wissenschaftlichen Ausbildungsstand erhalten Gründerinnen und Gründer monatliche Stipendien zwischen 1.000 Euro (Studierende, die mindestens die Hälfte ihres Studiums absolviert haben) und 3.000 Euro (promovierte Gründerinnen und Gründer).

In der ersten Förderphase von EXIST-Forschungstransfer stehen seit 2014 bis zu 250.000 Euro an Sachmitteln für die Vorbereitung der Gründung zur Verfügung (vormals 70.000 Euro). In der zweiten Förderphase, kurz nach der Unternehmensgründung, wird ein Gründungszuschuss von bis zu 180.000 Euro gewährt. Die deutliche Erhöhung der Mittel trägt in erster Linie forschungsintensiven und risikoreichen Gründungsvorhaben im Hochtechnologiebereich Rechnung und unterstützt damit vor allem Gründungsteams aus den Sparten Cleantech, Energie oder dem Life-Science-Sektor.

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Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio

Seit 2005 fördert das BMBF mit der Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio gründungsbereite Forscherteams in den Lebenswissenschaften, um technisch anspruchsvolle Ideen zu einer tragfähigen Unternehmensgründung reifen zu lassen. GO-Bio ermöglicht innovativen Gründungsteams den späteren Zugang zum Wagniskapitalmarkt. Die Förderung umfasst die Vorgründungsphase (zweieinhalb bis vier Jahre) und die anschließende Gründungsphase von maximal drei weiteren Jahren.

Seit dem Start der Förderinitiative wurden insgesamt sechs Auswahlrunden durchgeführt. Aus knapp 580 Projektvorschlägen wurden 45 Vorhaben für eine Förderung ausgewählt. In bisher 22 Fällen führte die GO-Bio-Förderung zu einer Firmengründung bzw. zur Aufnahme der operativen Geschäftstätigkeit. Weitere Gründungen sind in Vorbereitung. Die gegründeten Firmen konnten bereits mehr als 60 Mio. Euro Privatkapital akquirieren. Die GO-Bio-Gründungsunternehmen iThera Medical GmbH (2014) und Dynamic Biosensors GmbH (2015) wurden mit dem Deutschen Innovationspreis in der Kategorie „Start-up" ausgezeichnet. Eine siebte Auswahlrunde findet aktuell statt.

German Accelerator Life Sciences in Boston/USA gestartet

Im Oktober 2015 startete der neue German Accelerator Life Sciences (GALS) in Boston/USA. Ziel ist es, deutsche Start-ups und Jungunternehmen in der Life-Sciences-Branche mit Fokus auf Digital Health, Diagnostik, Forschungsreagenzien, Medizintechnik, Plattformtechnologien und Therapeutika zu unterstützen. Mit dem Programm German Accelerator unterstützt das BMWi deutsche Start-ups drei bis sechs Monate mit einer intensiven Betreuung beim Eintritt in den US-Markt. Das Programm ermöglicht es, sich vor Ort mit den besonderen Marktbedingungen, Kommunikationsstilen, potenziellen Kunden und Investoren in den USA auseinanderzusetzen. Erfahrene Coaches begleiten den Aufenthalt und geben den Gründerinnen und Gründern praktisches Feedback und Hilfestellung. Mit GALS erweitert das BMWi das bereits bestehende Angebot des German Accelerator für junge deutsche Technologie-Start-ups im Silicon Valley, San Francisco und New York.

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Gründerwettbewerb IKT Innovativ

Start-ups im Geschäftsfeld der Informations- und Kommunikationstechnologien haben trotz hoher Innovationspotenziale häufig Schwierigkeiten, sich langfristig am Markt zu positionieren. Ursächlich sind meist Defizite im Geschäftsmodell und fehlende Beratung. Das BMWi unterstützt mit dem Gründerwettbewerb – IKT Innovativ Unternehmensgründungen, bei denen innovative Informations- und Kommunikationstechnologien zentraler Bestandteil des Produkts oder der Dienstleistung sind. Aufgerufen sind auch Gründerinnen und Gründer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, die IKT für ihr Geschäftsmodell nutzen. Der Wettbewerb findet seit 2010 halbjährlich statt. In jeder Runde werden bis zu sechs Gründungsideen mit einem Preisgeld von jeweils 30.000 Euro ausgezeichnet, welches als Startkapital dient; 15 weitere Preisträger erhalten je 6.000 Euro. Die Gewinner des Gründerwettbewerbs – IKT Innovativ erhalten zudem ein Business-Model-Assessment, Unterstützung aus dem bundesweiten Expertenpool sowie spezielle Seminare. Alle weiteren Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer erhalten ein qualifiziertes Feedback zu den Stärken und Schwächen ihres Gründungskonzepts.

Seit der ersten Runde 2010 wurden bereits 179 Gründungsvorhaben unterstützt. Fast alle (97 %) der Neugründungen sind auch nach den ersten Geschäftsjahren weiter am Markt aktiv. Ab 2016 firmiert der Wettbewerb als Gründerwettbewerb Digitale Technologien (siehe auch III 1.1. Digitalisierung, Schlüsseltechnologien).

FRAUEN unternehmen – Gründerinnen und Unternehmerinnen in Deutschland stärken

Ziel der gemeinsamen Initiative FRAUEN unternehmen von BMWi und BMFSFJ ist die Initiierung eines bundesweiten Netzwerks von Unternehmerinnen, um Mädchen und junge Frauen in Schule, Ausbildung und Hochschule für den Schritt in die Selbstständigkeit zu sensibilisieren und zu motivieren, aber auch die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen insgesamt in Wirtschaft und Gesellschaft zu erhöhen. 180 Unternehmerinnen wurden im Herbst 2014 als Vorbildunternehmerinnen ausgezeichnet, die in dieser Funktion beispielsweise Schulen, Hochschulen oder Veranstaltungen der Wirtschaftsförderung besuchen, um über ihre Erfahrungen als Unternehmerinnen zu berichten.

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INVEST - Zuschuss für Wagniskapital

INVESTZuschuss für Wagniskapital wendet sich an private Investorinnen und Investoren, vor allem Business Angels. Ziel ist es, mehr unternehmerisch interessierte Menschen für Investitionen in Wagniskapital zu gewinnen, um so die Kapitalausstattung junger, kleiner und innovativer Unternehmen zu verbessern. Im Rahmen der Antragstellung wird den jungen Unternehmen ihre grundsätzliche Förderfähigkeit bescheinigt – damit können sie bei potenziellen Beteiligungsgebern um zusätzliches Eigenkapital werben.

Ein Business Angel erhält 20 % der Investition vom Staat steuerfrei erstattet, wenn die Beteiligung mindestens drei Jahre aufrechterhalten wird und es sich um voll risikotragende Gesellschaftsanteile handelt. Business Angels müssen dem Unternehmen mindestens 10.000 Euro zur Verfügung stellen. Jede Investorin und jeder Investor kann pro Jahr Zuschüsse für Anteilskäufe in Höhe von bis zu 250.000 Euro beantragen. Pro Unternehmen können Anteile im Wert von bis zu 1 Mio. Euro pro Kalenderjahr bezuschusst werden. Die Maßnahme läuft seit Mai 2013. Seitdem wurden mehr als 1.300 Zuschüsse in einer Gesamthöhe von fast 20 Mio. Euro bewilligt; außerdem konnten mehr als 100 Mio. Euro Wagniskapital von Business Angels mobilisiert werden.

Das INVEST-Zuschussprogramm wird 2016 massiv ausgebaut werden: Die Obergrenze pro Investor oder Investorin soll auf 500.000 Euro im Jahr verdoppelt werden. Zusätzlich sollen eine Erstattung der Steuer auf Veräußerungsgewinne auf INVEST-Finanzierungen und ein anteiliger Förderzuschuss für den Ausgleich von Verlusten gewährt werden. Schließlich soll der Kreis der Antragsteller ausgeweitet werden. Dies zielt darauf ab, den Wagniskapitalstandort Deutschland weiter zu stärken und die Finanzierungssituation vor allem von jungen innovativen Wachstumsunternehmen zu verbessern.

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High-Tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investiert Risikokapital in neu gegründete, chancenreiche Technologieunternehmen. Er schließt damit eine für dieses Gründersegment bestehende Finanzierungslücke. Der HTGF stellt den Technologiegründern eine Erstfinanzierung von bis zu 600.000 Euro zur Verfügung. Er verfügt über ein deutschlandweites Netzwerk an akkreditierten Coaches, die die Gründerinnen und Gründer in strategischen und operativen Unternehmensfragen sowie beim Knüpfen relevanter Kontakte unterstützen. Mit seiner exzellenten Vernetzung mit der in- und ausländischen Venture-Capital-Szene sowie zu tatkräftigen privaten Investoren mobilisiert der HTGF jährlich erhebliche Mittel zur Anschlussfinanzierung und ermöglicht das künftige Wachstum seiner Unternehmen. Die geförderten Firmen verteilen sich über fast alle Bundesländer und Innovationsfelder. Stark vertreten sind vor allem Unternehmen in den Technologiefeldern Internet und Web-2.0-Software, Medizintechnik, Applikationssoftware, Pharmazie und Elektrotechnik.

Der HTGF wurde 2005 durch das BMWi gemeinsam mit der KfW-Bankengruppe und Industriepartnern als öffentlich-private Partnerschaft ins Leben gerufen. Nach Ende der Investitionsphase des ersten Fonds legte das BMWi im Herbst 2011 gemeinsam mit der KfW und mittlerweile 18 Industrieinvestoren einen zweiten High-Tech Gründerfonds auf. Der neue Fonds hat ein Volumen von 304 Mio. Euro. Hauptinvestor bleibt der Bund mit 220 Mio. Euro, gefolgt von der KfW mit 40 Mio. Euro. In Kürze ist die Auflage eines dritten Fonds vorgesehen. Dieser soll wiederum als öffentlich-private Partnerschaft zusammen mit Wirtschaftsunternehmen, insbesondere Mittelständlern, erfolgen.

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ERP-Startfonds/coparion

Der ERP-Startfonds der KfW-Bankengruppe fördert seit 2005 die Bereitstellung von Beteiligungskapital in der Expansionsphase von kleinen Technologieunternehmen. Dadurch können diese Unternehmen in Forschung und Entwicklung investieren und ihre innovativen Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zur Marktreife bringen. Beteiligungsvoraussetzung ist, dass sich ein weiterer Beteiligungsgeber (Leadinvestor) zu wirtschaftlich gleichen Bedingungen an dem Unternehmen beteiligt (pari passu). Der ERP-Startfonds ist technologieoffen; er beteiligt sich mit maximal 5 Mio. Euro an einem Technologieunternehmen, verteilt auf mehrere Finanzierungsrunden. Der Höchstbetrag bei erstmaliger Finanzierung beträgt 2,5 Mio. Euro. In der Nachfolge zu diesem Instrument wurde eine eigene Gesellschaft coparion außerhalb der KfW gegründet, um beweglich im Markt agieren zu können und so den deutschen Venture-Capital-Markt zu stärken. Der Fonds coparion hat ein Volumen von 225 Mio. Euro und richtet sich an Unternehmen der Start-up- und frühen Wachstumsphase. Der ERP-Startfonds wird künftig weiterhin Folgeinvestments in seine Portfoliounternehmen tätigen.

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ERP/EIF-Dachfonds, European Angels Fund, ERP/EIF-Wachstumsfonds

Der gemeinsam vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) und dem ERP-Sondervermögen finanzierte Dachfonds beteiligt sich mit einem Volumen von 1,7 Mrd. Euro an Wagniskapitalfonds, die maßgeblich in Deutschland investieren. Die Kapitalausstattung wird hälftig vom EIF und dem ERP-Sondervermögen aufgebracht und vom EIF verwaltet. Ein Teil der Mittel aus dem ERP/EIF-Dachfonds in Höhe von 270 Mio. Euro wird für den 2012 neu aufgelegten European Angels Fund (EAF) eingesetzt. Dieser kofinanziert die Investitionen ausgewählter und erfahrener Business Angels sowie anderer nicht institutioneller Investoren, die sich an innovativen Unternehmen beteiligen. Durch die bereitgestellten Kofinanzierungsmittel erhöht der Fonds die Finanzkraft der Investoren und unterstützt damit die Finanzierung innovativer Unternehmen in ihrer Gründungs-, Früh- und Wachstumsphase. Darüber hinaus hat das ERP-Sondervermögen gemeinsam mit dem EIF den ERP/EIF-Wachstumsfonds mit einem Volumen von 500 Mio. Euro aufgelegt. Dieser investiert als Koinvestmentfonds gemeinsam mit erfolgreichen Venture-Capital-Managern/Fonds in innovative deutsche Wachstumsunternehmen und soll so die Lücke bei größeren Wachstumsfinanzierungen verkleinern.

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Ausgründungen aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Die vier größten außeruniversitären Forschungsorganisationen Fraunhofer, HGF, Leibniz-Gemeinschaft und die MPG leisten im komplexen deutschen Wissenschaftssystem einen erheblichen Beitrag zur Innovationsdynamik in der Wirtschaft (siehe auch II 2.3 Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen). Ihre Kompetenz im Wissens- und Technologietransfer nutzen sie auch für die Unterstützung von innovativen Start-ups.

Vornehmlich im Hightech-Bereich treiben sie Ausgründungen und damit die Entstehung neuer KMU voran. Beispielsweise leisten Max-Planck-Innovation bzw. Fraunhofer Venture umfassende Beratung und Betreuung bei Unternehmensgründungen. Gründer werden zudem durch Institutionen (wie z. B. Fraunhofer-Zukunftsstiftung und Life Science Inkubator am Forschungszentrum caesar) sowie interne Programme (u. a. Helmholtz Enterprise, FFM – Fraunhofer fördert Management) unterstützt. Durch den Zugang zu Technologien, Infrastruktur und Know-how der „Muttergesellschaften" erhalten diese jungen Unternehmen die Möglichkeit, sich auf dem Markt schneller und besser zu etablieren. In den Jahren 2006 bis 2014 wurden 37 Ausgründungen realisiert, 42 davon alleine im Jahr 2014.

Life Science Inkubator

Mit dem Life Science Inkubator (LSI) in Bonn finden innovative Gründerinnen und Gründer ein modernes und gut ausgestattetes Forschungsinstitut vor, in dem sie ihre Unternehmensideen weiter ausarbeiten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden von dem Managementteam des LSI professionell begleitet, um die notwendige Marktorientierung in die Forschung einzubringen. Sie erhalten Coaching und Schulungen für ihre zukünftige unternehmerische Tätigkeit und werden bei der Entwicklung einer tragfähigen Intellectual-Property-Strategie sowie der nachhaltigen Anschlussfinanzierung durch den LSI unterstützt. Entstanden ist der LSI 2008 als Public-Private-Partnership des BMBF, des Wissenschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen, der MPG, der GF, der Fraunhofer, des Forschungszentrums caesar, der NRW.Bank, der Stadtsparkasse Bonn und privater Investoren. Im Rahmen der Förderlinie Innovationsorientierung in der Forschung wurde begleitend eine Methodenentwicklung für ein professionelles Management nach Industriestandards finanziert (siehe auch III 2.2 Schließen von Verwertungslücken). Seitdem gab es drei Ausgründungen, weitere sind in Vorbereitung. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen EY bescheinigte dem LSI in seiner Evaluierung eine „höhere Erfolgswahrscheinlichkeit frühphasiger Projekte" und empfahl, das Konzept in weitere Regionen und auf andere Technologien zu übertragen. Seit 2013 fördert der Life Science Inkubator Sachsen innovative Gründer am Standort Dresden, 2014 nahm der Photonik Inkubator in Göttingen die Arbeit auf.

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