Instrumente der internationalen Zusammenarbeit

Deutschland muss die Chancen internationaler Vernetzung konsequent und systematisch nutzen. Gleichzeitig muss es als eines der forschungs-, innovations- und wettbewerbsstärksten Länder der Welt Verantwortung bei der gemeinsamen Suche nach Antworten auf aktuelle und künftige Herausforderungen übernehmen. Hierfür bedarf es maßgeschneiderter Instrumente, die sowohl die unterschiedlichen Bedarfe als auch die Potenziale der verschiedenen Partnerländer berücksichtigen. Die teils sehr dynamische Entwicklung der Partnerländer erfordert die kontinuierliche Neubewertung und Anpassung dieser Instrumente.

Das deutsche Wissenschaftssystem zeichnet sich durch eine große Bandbreite an Internationalisierungsinstrumenten aus: international ausgerichtete Beratungsaktivitäten, diverse strategische Instrumente, institutionelle Internationalisierung und international bedeutsame Forschungsinfrastrukturen, vielfältige Projektförderung sowie zielgruppenspezifische Mobilitätsmaßnahmen. Ebenso kommen diese vielfältigen Internationalisierungsinstrumente bei grenzüberschreitenden Initiativen im Bildungssystem zum Einsatz.

Die Entwicklung und Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit lässt sich modellhaft verschiedenen Stufen zuordnen:

  1. Beobachtung: Analyse der Exzellenz mithilfe von Indikatoren wie FuE-Ausgaben, Bibliometrie, Patenten etc.
  2. Sondierung/Exploration: Förderung deutscher Einrichtungen bei Besuchen deutscher und ausländischer Expertinnen und Experten mit dem Ziel, geeignete Partnerinstitutionen zu ermitteln (fact finding)
  3. Mobilität: individuelle Mobilitätsmaßnahmen (incoming und outgoing) über Mittlerorganisationen wie den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Nationale Agentur im Bundesinstitut für Berufsbildung (NA im BIBB) und die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)
  4. Vernetzung: zielgerichtete Vorbereitung neuer Kooperationsprojekte und Vorprojekte für bilaterale Leuchtturmvorhaben; internationale Innovations- und Forschungsforen
  5. Institutionelle Partnerschaften: z. B. Institutspartnerschaften, Clusterpartnerschaften, bilaterale Hochschulen/Studiengänge
  6. Strategische Partnerschaften: bilaterale Programmentwicklung und gemeinsame Forschungsinfrastrukturen

Die Kooperationen können je nach Themengebiet mit dem gleichen Partnerland auf unterschiedlichen Stufen erfolgen. Die Kooperationsstufen lösen sich nicht zwangsläufig ab, sondern ergänzen sich in der Regel.

Die Instrumente der internationalen Zusammenarbeit dienen der zielgerichteten Intensivierung der Kooperation entlang der Kooperationsstufen. Sie reichen von der Sondierung und Initiierung künftiger Zusammenarbeit über die Durchführung konkreter Forschungs-, Innovations- und Bildungsprojekte, Erarbeitung von gemeinsamen Förderprogrammen bis hin zum gemeinsamen Bau und Betrieb großer Forschungsinfrastrukturen. Beispielhafte Maßnahmen und Instrumente sind:

  • Sondierung potenzieller Partnerschaften sowie der Auf- und Ausbau von FuE-Netzen, die gemeinsame internationale oder europäische Forschungsprojekte umsetzen
  • Projektbezogene Mobilitätsförderung mit dem Ziel der Vernetzung von Forschungsvorhaben und der Entwicklung gemeinsamer Förderstrukturen
  • Unterstützung beim Aufbau institutioneller Netzwerke deutscher Einrichtungen, beispielsweise von Institutspartnerschaften, Clusterpartnerschaften sowie bilateralen Hochschulen und Studiengängen
  • Strategische Projektförderung über bilaterale Förderbekanntmachungen zur dauerhaften und systematischen Förderung von bilateralen Forschungsprojekten in Feldern gemeinsamen Interesses
  • Multilateral koordinierte Projektförderung, insbesondere im Europäischen Forschungsraum, mit Instrumenten wie Gemeinsame Programmplanung, ERA- und INCO-Netze, darüber hinaus im Bildungsbereich bei den Bildungs- und Innovationsprojekten im Rahmen des Programms Erasmus+
  • Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen mit internationaler Ausrichtung wie Sommerschulen, Aufbaustudiengänge und Lehrstühle im Ausland mit einem regionalen Fokus auf Entwicklungs- und teilweise auch Schwellenländern
  • Bau und Betrieb der vom Europäischen Strategieforum ESFRI empfohlenen großen Forschungsinfrastrukturen in internationaler Gemeinschaft

Neben Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sprechen diese Maßnahmen verstärkt kleine und mittlere Unternehmen an. Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, möglichst entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu fördern und neben Forschung und Entwicklung in zunehmendem Maße Innovationsaspekte abzudecken.

Weitere Maßnahmen und Instrumente betreffen beispielsweise die Systemberatung zur Flankierung der Reformanstrengungen von Partnerstaaten beim Aufbau effizienter Forschungs-, Innovations- und Berufsbildungssysteme, die Förderung internationaler Workshops und Konferenzen sowie den Aufbau und die Unterstützung von Sekretariaten und Instituten für internationale Aufgaben.

Darüber hinaus haben die deutschen Forschungs- und Mittlerorganisationen, mit denen die Bundesregierung eng zusammenarbeitet, in den letzten Jahren sowohl ihr Portfolio zur Nutzung und Stärkung der Internationalisierung ausgebaut als auch ihre Internationalisierungsstrategien konkretisiert.