Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Innovation

Ob weltweite Fluchtbewegungen oder Klimawandel – die drängenden Probleme unserer Zeit machen nicht an Ländergrenzen halt.  Nur in internationaler Zusammenarbeit kann die Wissenschaft darauf Antworten finden.

Ein erfolgreiches Forschungs- und Innovationssystem muss international ausgerichtet sein, um von weltweiten Wissensbeständen profitieren zu können. Dies gilt auch für Deutschland. Die dynamisch fortschreitende Internationalisierung von Innovationsprozessen ist zu einer zentralen politischen Gestaltungsaufgabe geworden. Für den Erfolg des deutschen Forschungs- und Innovationssystems kommt es auf die Fähigkeit an, die Rahmenbedingungen für internationales Handeln wissenschafts- und innovationsfreundlich zu gestalten und die weltweiten Wissensressourcen zu erschließen. Internationalisierung stellt eine unabdingbare Voraussetzung für exzellente Forschung und Innovationskraft in Deutschland dar.

Mit der Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung von 2008 und ihrer Bilanzierung 2014 mit dem Aktionsplan Internationale Kooperation hat die Bundesregierung auf die internationalen Herausforderungen reagiert. Zusammen mit der neuen Hightech-Strategie, dem Pakt für Forschung und Innovation und der Exzellenzinitiative bildet die Internationalisierungsstrategie ein Kernelement der deutschen Forschungspolitik.

Die Einbettung in den europäischen Kontext wird von der Bundesregierung dabei besonders vorangetrieben, da die Schaffung des Europäischen Forschungsraums (EFR; ERA – engl. European Research Area) einen maßgeblichen Rahmen für die Ausrichtung der internationalen Forschungspolitik setzt. Das gemeinsame Vorgehen wichtiger EU-Mitgliedstaaten verleiht Europa höhere Sichtbarkeit und größeres Gewicht gegenüber den anderen großen Innovationsräumen der Welt. In Ergänzung zu nationalen Forschungsprogrammen ist das Europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 mit einem Gesamtfördervolumen von 77 Mrd. Euro das weltweit größte Förderprogramm.

Auf europäischer Ebene ist weiterhin das von 2014 bis 2020 laufende Mobilitätsprogramm Erasmus+ zu nennen, das mit einem Budget von 14,8 Mrd. Euro ausgestattet ist. In Deutschland wird das Programm, das primär auf die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken abzielt, zielgruppenspezifisch durch vier Nationale Agenturen (NA) umgesetzt. Im Rahmen der europäischen Kohäsionspolitik nutzt Deutschland auf Bundes- und Länderebene die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds), wobei unter Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsaspekten hier der Europäische Sozialfonds (ESF) zu nennen ist.

Deutschland stärkt die bilaterale Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerländern weltweit. Dies gilt insbesondere für Länder mit hoher Entwicklungsdynamik und bedeutenden Zukunftsmärkten und ist im Hinblick auf die Erschließung attraktiver Partner, Standorte und Wissensquellen von strategischer Bedeutung. Auf langfristige Wirkung ist das Engagement Deutschlands in multilateralen Initiativen und Institutionen sowie informellen Foren angelegt. Beispielhaft sind hier die Mitarbeit in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) sowie die Mitarbeit in der G7 und G20 zu nennen.