Nordrhein-Westfalen

Das Wissenschaftssystem in Nordrhein-Westfalen

Die nordrhein-westfälischen Hochschulen haben ihre Forschungsleistung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und dem Land eine bundesweite Spitzenposition in der Forschung gesichert. Diese auch international sichtbare Spitzenposition wird u. a. belegt durch die Erfolge der Hochschulen im Wettbewerb um Projektmittel, durch die Auszeichnungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Preisen und durch viele Innovationen für die Gesellschaft, die an den Hochschulen des Landes entstanden sind.

In der zweiten Programmphase der Exzellenzinitiative (2012–2017) konnten die nordrhein-westfälischen Universitäten ihre Forschungsstärke erfolgreich zur Geltung bringen: Fünf Graduiertenschulen, zehn Exzellenzcluster und zwei Zukunftskonzepte werden gefördert. Bei 46 von 241 von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichen (SFB) haben eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler einer NRW-Hochschule die Sprecherrolle inne (= 19 %), darunter bei 14 von 63 SFB/Transregios (= 22 %). An weiteren 18 SFB sind NRW-Hochschulen beteiligt.

An der Projektförderung des BMBF für Hochschulen partizipierten die NRW-Hochschulen im Jahr 2014 mit 213 Mio. von 1,086 Mrd. Euro (= 20 %). Beim Programm Forschung an Fachhochschulen des BMBF flossen von 2006 bis 2014 insgesamt 72 von 286 Mio. Euro Gesamtförderung nach Nordrhein-Westfalen (= 25 %). Von den Zuwendungen an Hochschulen in Deutschland aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm entfielen 477 Mio. von 2,676 Mrd. Euro auf NRW-Hochschulen (= 18 %).

Grundlage dieser Erfolge ist neben der Exzellenz der einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und der Qualität ihrer wissenschaftlichen Projekte auch die institutionelle Profilbildung der Hochschulen in der Forschung. Die nordrhein-westfälischen Hochschulen haben Forschungsschwerpunkte definiert und weiterentwickelt und erbringen dort Spitzenleistungen.

Der Landeshochschulentwicklungsplan (LHEP) ist ein weiteres mit dem Hochschulzukunftsgesetz 2015 neu geschaffenes Instrument zur Verwirklichung übergreifender Landesinteressen in der Entwicklung der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Der LHEP wird unter Mitwirkung eines Expertenrats erstellt, soll Mitte 2016 als Rechtsverordnung im Einvernehmen mit dem Landtag beschlossen werden und fünf Jahre gelten. Seine Entwicklung erfolgt unter fortlaufender und transparenter Einbindung der Hochschulen des Landes.

Der LHEP äußert sich nicht zu Detailplanungen einzelner Hochschulen, sondern beschränkt sich auf Prioritäten des Landes in Form strategischer Kernaussagen auf hoher Abstraktionsebene und bildet so den Rahmen für die spätere Konkretisierung in den einzelnen Hochschulverträgen.

Bei der programmorientierten Forschung greifen wissenschaftspolitische Initiativen und laufende Forschungsaktivitäten der Hochschulen ineinander. Vielfach sind die nordrhein-westfälischen Hochschulen selbst Taktgeber der umsetzungs- und problemlösungsorientierten Forschung auf den Feldern der großen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Im Rahmen des Spitzencluster-Wettbewerbs des BMBF konnten sich zwei Cluster aus Nordrhein-Westfalen durchsetzen: Intelligente Technische Systeme OWL (its OWL) und EffizienzCluster LogistikRuhr. Die NRW-Landescluster schaffen einen Rahmen für die Kooperation von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlicher Hand entlang von Wertschöpfungsketten in zukunftsträchtigen Branchen und Technologiefeldern. Das Land fördert außerdem mehrere Regionale Innovationsnetzwerke, in denen Forscherinnen und Forscher, Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie weitere Beteiligte vor Ort gemeinsam an Themenfeldern wie Energieeffizienz und Gesundheit arbeiten.

Als neues Förderinstrument wurden Virtuelle Institute eingerichtet. In den Virtuellen Instituten werden Kompetenzen der in Nordrhein-Westfalen ansässigen Forschungseinrichtungen in der Forschung zu den Implikationen der Energiewende gebündelt, ohne eine neue Institution zu gründen. Auf diese Weise verfolgen die Virtuellen Institute Transformation Energiewende NRW und Strom zu Gas und Wärme einen transformativen Forschungsansatz, der das Potenzial einer verstärkten Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen nutzt und gleichzeitig der wissenschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Dimension der Energiewende Rechnung trägt.

Zudem haben mehr als 50 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihren Sitz in NRW – darunter zwölf von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Max-Planck-Institute, 13 Fraunhofer Institute, drei Fraunhofer-Anwendungszentren sowie eine Fraunhofer-Projektgruppe, elf Leibniz-Institute sowie drei Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft und ein Helmholtz-Institut in Münster. Hinzu kommen 15 vom Land geförderte Institute der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft. An diesen Forschungseinrichtungen entstehen wegweisende Ideen für die Zukunft. Sie ergänzen und verstärken den Forschungsstandort NRW.

Kartographische Darstellung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Nordrhein-Westfalens

Datenbasis: Hochschulen – Hochschulrektorenkonferenz, Stand 01/2016; Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Bundes- und Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben – Bundesbericht Forschung und Innovation 2016, EB II, Eigenangaben der Einrichtungen. © EuroGeographics bezüglich der Verwaltungsgrenzen. Standortkoordinaten: Geoinformationen © Vermessungsverwaltungen der Bundesländer und infas GEOdaten. © BMBF, Kartographische Darstellung: RISO, DLR Projektträger 2016.