Pakt für Forschung und Innovation

Der Pakt für Forschung und Innovation ist eine zentrale Vereinbarung von Bund und Ländern zur Stärkung der gemeinsam geförderten großen Wissenschaftsorganisationen. Mit einer Kombination aus gemeinsamen forschungspolitischen Zielen, finanzieller Planungssicherheit und verbesserten Rahmenbedingungen stärkt der Pakt den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig und verbessert seine internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Mit dem Pakt für Forschung und Innovation erhalten Fraunhofer, HGF, MPG und Leibniz-Gemeinschaft sowie die DFG als Förderorganisation finanzielle Planungssicherheit. Dies wird durch vereinbarte regelmäßige Steigerungen der Grundfinanzierung gewährleistet. Im Gegenzug verpflichten sich die geförderten Organisationen auf forschungspolitische Ziele. Die Planungssicherheit gibt ihnen den Spielraum, dazu strategische Maßnahmen zu ergreifen und weiterzuentwickeln, vorhandene Instrumente auszubauen und neue zu entwickeln.

Der Pakt für Forschung und Innovation verfolgt die folgenden forschungspolitischen Ziele:

  • die dynamische Entwicklung des Wissenschaftssystems,
  • die Förderung der Vernetzung im Wissenschaftssystem,
  • die Vertiefung der internationalen und europäischen Zusammenarbeit,
  • die Stärkung des Austauschs der Wissenschaft mit Wirtschaft und Gesellschaft,
  • die Gewinnung der besten Köpfe für die deutsche Wissenschaft,
  • die Gewährleistung chancengerechter und familienfreundlicher Strukturen und Prozesse.

Der Pakt für Forschung und Innovation wurde von den Regierungschefinnen und -chefs von Bund und Ländern zunächst für 2005 bis 2010 beschlossen und in den Folgejahren fortgesetzt. Am 11. Dezember 2014 wurde die Fortführung des Pakts für die Jahre 2016 bis 2020 beschlossen. Bund und Länder streben – vorbehaltlich der jährlichen Haushaltsverhandlungen mit den Einrichtungen und vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch die gesetzgebenden Körperschaften – an, den einzelnen Wissenschaftsorganisationen jährlich einen Aufwuchs der Zuwendung um 3 % zu gewähren. Diesen Aufwuchs trägt der Bund allein.

Aufgrund entsprechender Berichterstattung durch die Wissenschaftsorganisationen überprüft die GWK in einem jährlichen Monitoring-Bericht die erzielten Fortschritte und bewertet sie. Der Monitoring-Bericht 2015 zeigt die vielfältigen Wirkungen des Paktes für Forschung und Innovation:

  • Die Forschungseinrichtungen stellen ihre Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis, ihre Drittmitteleinnahmen sind schneller angestiegen als die Grundfinanzierung.
  • Fraunhofer, MPG, HGF und Leibniz-Gemeinschaft publizieren ca. 17 % der in Datenbanken erfassten Zeitschriftenartikel aus Deutschland. Damit sind sie überdurchschnittlich produktiv. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Zunahme an Quantität einhergeht mit einer Steigerung der Reichweite der Publikationen.
  • Alle Forschungseinrichtungen unterhalten bereits heute intensive Kooperationen mit Hochschulen, z. B. im Rahmen der Exzellenzinitiative, in koordinierten Förderprogrammen der DFG und anderen (auch internationalen) Fördermaßnahmen sowie durch eigene Instrumente der einzelnen Forschungsorganisationen.
  • Die jährlichen Patentanmeldungen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen nehmen seit Jahren im Vergleich zu denen der Hochschulen überproportional zu. Um den Transferprozess effektiv zu gestalten und zu beschleunigen, ergreifen die Wissenschaftsorganisationen ein ganzes Bündel ineinandergreifender Maßnahmen. Dabei führen verschiedene gleichberechtigte Wege in die Anwendung: Lizensierungen, Kooperationen mit der Wirtschaft, Transfer durch Personalaustausch sowie direkte unternehmerische Aktivitäten wie Ausgründungen und Beteiligungen.
  • Die Internationalität der außeruniversitären Forschungseinrichtungen hat ein hohes Niveau erreicht. Die fortgeschrittene Internationalisierung zeigt sich z. B. an einem hohen und weiter zunehmenden Anteil von in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Staatsangehörigkeit sowie an umfangreichen wissenschaftlichen Kooperationen, die sich in gemeinsamen Publikationen von Ergebnissen niederschlagen.