Sachsen-Anhalt

Das Wissenschaftssystem in Sachsen-Anhalt

Das Wissenschaftssystem in Sachsen-Anhalt ist wettbewerbsfähig und hat die Fähigkeit bewiesen, junge qualifizierte Menschen an die Wissenschaftseinrichtungen der Region zu ziehen. Das Wissenschaftssystem hat die Verpflichtung, ein Motor des Strukturwandels zu sein. Ebenso muss es den Innovationsprozess in den an der Spitze stehenden Wirtschaftszweigen vorantreiben. Durch den Ausbau der Hochschulen und der Forschungseinrichtungen haben das Land und der Bund die Grundlagen für die öffentlich finanzierte Forschung gelegt.

Wichtigste Träger der öffentlich geförderten Forschung sind die beiden Universitäten (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), die Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle und die vier Fachhochschulen (Hochschule Anhalt, Hochschule Magdeburg-Stendal, Hochschule Harz und Hochschule Merseburg). Die Hochschulen verbinden Lehre, Forschung, Weiterbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Während die Grundlagenforschung insbesondere an den Universitäten angesiedelt ist, ist die Forschung an den Fachhochschulen anwendungsbezogen und eng mit dem Technologietransfer verbunden.

Der Strukturierungsprozess der Hochschul- und Wissenschaftslandschaft mit der stärkeren Profilierung und Schwerpunktsetzung der Strukturen sowie der Kooperation zwischen Institutionen führte zur höheren Wettbewerbsfähigkeit.

Forschungsschwerpunkte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind zurzeit:

  • Nanostrukturierte Materialien/Materialwissenschaften
  • Strukturen und Mechanismen der biologischen Informationsverarbeitung/Biowissenschaften
  • Gesellschaft und Kultur in Bewegung
  • Aufklärung, Religion, Wissen – Transformation des Religiösen und des Rationalen in der Moderne/Geisteswissenschaften

Eine weitere Profilierung der Forschung an der Universität Halle-Wittenberg besteht hinsichtlich der Pflanzenforschung einschließlich der Nutzung der Ergebnisse im Innovationsprozess. Darüber hinaus baut die Universität mit dem 2011 – gemeinsam mit den vier Leibniz-Instituten der Region –gegründeten Leibniz-WissenschaftsCampus zur „Pflanzenbasierten Bioökonomie" effiziente Kooperationsstrukturen mit leistungsstarken außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf bzw. erweitert diese. Mit der Etablierung des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig ist ein internationales Zentrum entstanden. Das ermöglicht eine landes- und institutsübergreifende Zusammenarbeit der beteiligten Universitäten.

Forschungsschwerpunkte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sind zurzeit:

  • Forschungszentrum Center for Behavioral Brain Sciences/Neurowissenschaften, das ebenfalls zu einem Leibniz-WissenschaftsCampus ausgebaut wurde
  • Forschungszentrum Dynamische Systeme in Biomedizin und Prozesstechnik/Systembiologie

Für die technisch orientierte Universität wurde der besondere ingenieurwissenschaftliche Förderschwerpunkt Automotive/Ingenieurwissenschaften gebildet, um die anwendungsorientierte Grundlagenforschung mit dem Wissens- und Technologietransfer zu verbinden.

Eine weitere Profilierung im Bereich der Medizintechnik findet durch den Forschungscampus STIMULATE (Solution Center for Image Guides Local Therapies) statt. Hier arbeiten die ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten und die Medizinische Fakultät mit Partnern aus der Wirtschaft und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen. Die Partner des Forschungscampus haben sich das Ziel gesetzt, bildgestützte minimalinvasive Therapien und Werkzeuge weiterzuentwickeln und damit zu einer Verbesserung der Behandlungsmethoden, der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten und der Kostensituation im Gesundheitswesen beizutragen.

Das Kompetenznetzwerk für angewandte und transferorientierte Forschung (KAT) wurde im Jahr 2007 von den vier Fachhochschulen des Landes gegründet. An den Hochschulen wurde mit den KAT-Kompetenzzentren eine leistungsfähige Basis für den Wissens- und Technologietransfer aufgebaut. Diese basieren auf dem jeweiligen Forschungsprofil der Hochschulen und sind auf die Leitmärkte der Regionalen Innovationsstrategie des Landes ausgerichtet. Die KAT-Transferbeauftragten der Hochschulen stehen den Unternehmen als regionale Ansprechpartner für das gesamte Wissenschaftssystem des Landes zur Verfügung.

Die Forschung der Universitäten und Fachhochschulen wird durch die außeruniversitären Forschungseinrichtungen ergänzt. Das sind vor allem die fünf Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, drei Max-Planck-Institute (MPI), zwei Fraunhofer-Institute sowie zwei Helmholtz-Zentren (HGF).

Zwischen den Universitäten und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen bestehen Kooperationen in Forschung, Nachwuchsförderung und Lehre. Diese beruhen auf entsprechenden Kooperationsverträgen und gemeinsamen Berufungen. Zur Stärkung der Zusammenarbeit sind inzwischen drei Interdisziplinäre Wissenschaftliche Forschungszentren (IWZ) an den Universitäten in Kooperation mit den betreffenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen etabliert. Dadurch können u. a. strukturelle Defizite der universitären Forschung kompensiert werden.

2011 wurde zudem einer der bundesweit ersten drei WissenschaftsCampi zum Thema „Pflanzenbasierte Bioökonomie" gegründet, mit dem die strategische Kooperation der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. (Leibniz-Gemeinschaft) mit universitären Strukturen vertieft wird, um auf diesem Gebiet nachhaltig exzellente Forschung betreiben zu können.

Kartographische Darstellung der Hochschulen und Forschungseinrichtungen Sachsen-Anhalts

Datenbasis: Hochschulen – Hochschulrektorenkonferenz, Stand 01/2016; Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Bundes- und Landeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben – Bundesbericht Forschung und Innovation 2016, EB II, Eigenangaben der Einrichtungen. © EuroGeographics bezüglich der Verwaltungsgrenzen. Standortkoordinaten: Geoinformationen © Vermessungsverwaltungen der Bundesländer und infas GEOdaten. © BMBF, Kartographische Darstellung: RISO, DLR Projektträger 2016.