Schließen von Verwertungslücken

Zur Umsetzung innovativer Produkt- oder Prozesslösungen muss die Brücke zwischen der Forschung und der Verwertung, also der Anwendung von Forschungsergebnissen, weiter gestärkt werden. Im Prozess des Ideen-, Wissens- und Technologietransfers sind die Validierung und der Schutz geistigen Eigentums sowie die Erarbeitung von Normen und Standards entscheidend für die kommerzielle Verwertung.

Mit der neuen Maßnahme Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+ soll die Innovationslücke zwischen der akademischen Forschung und der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Anwendung geschlossen werden. Der Weiterentwicklung der Validierungsförderung wird ein breiter Innovationsbegriff zugrunde gelegt, der technologische und gesellschaftliche Innovationen gleichermaßen adressiert.

Neben der Verwertung von Ideen kommt auch der Sicherung von Ideen und Erkenntnissen eine herausragende Bedeutung für den Wissens- und Technologietransfer zu. Patentierung und Markteintritt bergen Herausforderungen vor allem für Unternehmen sowie Hochschulen, Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das BMWi setzte mit den Maßnahmen SIGNO sowie TNS und INS programmatische Schwerpunkte in der Förderung des Technologietransfers durch gewerbliche Schutzrechte sowie durch Normung und Standardisierung. Seit Anfang 2016 bündelt das BMWi seine Aktivitäten in diesem Bereich mit der neuen Förderrichtlinie Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen (WIPANO).

Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+

Die 2015 gestartete BMBF-Fördermaßnahme Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+ schließt die Innovationslücke zwischen ersten Ergebnissen aus der Grundlagenforschung und ihrer wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Anwendung. VIP+ unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, das Innovationspotenzial ihrer Forschungsergebnisse in einer noch frühen, risikoreichen Entwicklungsphase zu prüfen und nachzuweisen sowie mögliche Anwendungsbereiche zu erschließen. Zudem soll die Akzeptanz des Marktes und der Gesellschaft für neue Anwendungen unter Berücksichtigung rechtlicher und ethischer Rahmenbedingungen untersucht werden. So schafft VIP+ die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung von relevanten Forschungsergebnissen zu innovativen Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen und reduziert das Investitionsrisiko für Dritte.

Im Sinne der Hightech-Strategie wird VIP+ ein erweiterter Innovationsbegriff zugrunde gelegt, der technologische und gesellschaftliche Innovationen gleichermaßen umfasst. Forschende aus Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften sowie aus Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften können mithilfe der Förderung ihre Forschungsergebnisse weiterentwickeln und Innovationspotenziale für Wirtschaft und Gesellschaft erschließen. Mit VIP+ werden diese Validierungsarbeiten in Vorhaben von bis zu drei Jahren mit bis zu 1,5 Mio. Euro gefördert. Jedes Vorhaben wird von einem Innovationsmentor oder einer Innovationsmentorin begleitet. Dies stellt sicher, dass die Forscherinnen und Forscher im Innovationsprozess strategische Unterstützung von anwendungs- und verwertungserfahrenen Expertinnen und Experten erhalten.

Die Fördermaßnahme VIP+ baut auf der erfolgreichen Pilotmaßnahme Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP auf. Im Rahmen von VIP wurden knapp 140 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 150 Mio. Euro bewilligt, die zum Teil noch bis 2017 laufen. Die Ergebnisse der Evaluierung der Pilotmaßnahme bestätigten, dass VIP als Instrument der Innovationsförderung den Bedarf der Zielgruppe trifft. VIP trägt wesentlich dazu bei, die häufig bestehende Förderlücke in der Validierungsphase, die eine nachfolgende erfolgreiche Verwertung vorbereitet, zu schließen.

weiterlesen

Innovationsorientierung in der Forschung

Die BMBF-Förderlinie Innovationsorientierung in der Forschung unterstützt außeruniversitäre Forschungseinrichtungen bei Verwertungsprozessen. Ziel ist es, dass Transferaspekte möglichst frühzeitig und parallel zur Forschung sowie kontinuierlich und wechselseitig Berücksichtigung finden. In engem Kontakt mit den Transferbeauftragten der Institute werden Konzepte und Instrumente entwickelt, welche eine nachhaltige Nutzung der Forschungsergebnisse ermöglichen. Die Förderlinie ist in vier Schwerpunkte aufgeteilt: Stärkung der Verwertungskultur, Verwertungsstrukturen, Exemplarische Verwertung sowie Ausgründungen und Inkubatoren (siehe auch III 3.2 Innovative Start-ups).

weiterlesen

Patentierung und Normung

Mit dem Programm SIGNO – Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung förderte das BMWi von 2008 bis 2015 den Technologietransfer durch die effiziente Nutzung geistigen Eigentums. In drei verschiedenen Förderaktivitäten wurden Hochschulen, Unternehmen (vor allem KMU) sowie Erfinderinnen und Erfinder bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung ihrer innovativen Ideen unterstützt. Das Programm wurde 2014 positiv evaluiert.

Im Rahmen der Förderrichtlinie Transfer von FuE-Ergebnissen durch Normung und Standardisierung (TNS) unterstützte das BMWi Maßnahmen zur beschleunigten Umsetzung innovativer Technologien und Verfahren mittels Normung und Standardisierung. Die 2010 gestartete und bis Ende 2015 abgeschlossene Fördermaßnahme richtete sich in erster Linie an Unternehmen (vor allem KMU) sowie an universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Die geförderten Vorhaben waren besonders auf Transferaktivitäten und normungsrelevante Ergebnisse fokussiert. Darüber hinaus wurde die Richtlinie einer Erfolgskontrolle unterzogen, in der die teilnehmenden Unternehmen und Institutionen eine positive Gesamteinschätzung abgegeben haben.

Bei INS – Innovationen mit Normen und Standards handelte es sich um einen Förderansatz des BMWi, der 2015 ausgelaufen ist. INS zielte auf die Markteinführung innovativer Produkte, bei denen – im Gegensatz zu TNS – regelmäßig keine Forschungs- und Entwicklungsarbeit in größerem Umfang erforderlich war. Die INS-Vorhaben waren damit in der Regel marktnäher als die TNS-Vorhaben.

Anfang 2016 trat die Richtlinie WIPANO – Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen zur Förderung des Technologie- und Wissenstransfers durch Patente, Normung und Standardisierung zur wirtschaftlichen Verwertung innovativer Ideen von Hochschulen und Unternehmen in Kraft. WIPANO löst die bisherigen Förderungen SIGNO, INS und TNS ab. Dies dient der Konsolidierung der Innovationsförderung des BMWi. Die Förderung des Wissens- und Technologietransfers durch Patente und Normen wird durch die Zusammenfassung deutlich gestrafft. Die Förderung wurde klarer und übersichtlicher ausgestaltet. Gleichzeitig wurde der Wettbewerbsgedanke bei der Auftragsvergabe im Rahmen der Förderung gestärkt.

Für 2016 stehen 23 Mio. Euro zur Verfügung. WIPANO richtet sich an Unternehmen sowie Hochschulen, Universitäten und außeruniversitäre öffentliche Forschungseinrichtungen.

weiterlesen