­Transparenz und Partizipation

Wildvögel zählen, Feinstaub messen – immer mehr Bürgerinnen und Bürger widmen sich in ihrer Freizeit der Wissenschaft und sorgen damit für neue und wichtige Erkenntnisse. Die Bundesregierung unterstützt diesen Trend – und bezieht Laien bei Bürgerdialogen auch in die Diskussion über die künftige Ausrichtung von Forschung ein.

Neue Entwicklungen und Technologien werden in Deutschland offen und aufgeschlossen diskutiert. Ihre Chancen und Risiken werden unvoreingenommen abgewogen. So wird eine Gesellschaft gefördert, die sich für soziale und technologische Neuerungen interessiert, eigene Ideen einbringt und sich aktiv am Innovationsprozess beteiligt. Die Bundesregierung setzt sich in der Hightech-Strategie für eine stärkere Beteiligung aller Akteure – von der Wissenschaft über die Wirtschaft bis zu den Bürgerinnen und Bürgern – bei der Mitgestaltung von Innovationsprozessen ein. Dafür stärkt sie wichtige Elemente wie Technologieoffenheit, Bürgerpartizipation und soziale Innovationen. Des Weiteren wird sie mit Programmen die Teilhabeforschung in Deutschland stärker implementieren und den partizipativen Austausch in der Forschung und mit den Bürgerinnen und Bürgern fördern.

Die fundierte Aufbereitung von Informationen ist eine Voraussetzung für die Mitgestaltung und den frühzeitigen sowie offenen Dialog über neue Technologien und Entwicklungen. Die Innovations- und Technikanalyse (ITA) richtet den Blick auf die kommenden fünf Jahre und erläutert Chancen und Herausforderungen neuer Technologien neutral, transparent und umfassend. Wie sich die Gesellschaft längerfristig verändern könnte, veranschaulichen die Ergebnisse der Strategischen Vorausschau (Foresight).

Es ist Aufgabe der Wissenschaftskommunikation, Forschungsergebnisse und Innovationsprozesse verständlich darzustellen. Dialogformate spielen hierbei eine wichtige Rolle und prägen zunehmend auch die Wissenschaftsjahre. Im Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt wurden durch bundesweite Beteiligungs- und Mobilisierungsformate interessierte Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Gestaltung der Stadt von morgen einbezogen, die zentrale Rolle von Wissenschaft und Forschung für die zukünftige Stadtentwicklung wurde alltagsnah vermittelt. Das Wissenschaftsjahr 2016*2017 – Meere und Ozeane verdeutlicht den Beitrag von Wissenschaft und Forschung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Meere und Ozeane.

Die Bundesregierung fördert die Verankerung von Innovationen in der Mitte der Gesellschaft durch Bürgerdialoge und Transdisziplinarität in der Forschung. Die ZukunftsForen zur künftigen Ausrichtung von Forschung und Wissenschaft tragen dazu bei, das Erfahrungswissen von Bürgerinnen und Bürgern unmittelbarer in die Politikgestaltung einfließen zu lassen. Der Einsatz von Agendaprozessen gewährleistet, dass Innovations- und Forschungsprogramme bedarfsorientiert gestaltet sind. Indem Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an der Themenfindung mitwirken, werden Akzeptanz und Bekanntheit der Förderprogramme, aber auch Innovationskräfte gesteigert.

Innovations- und Technikanalyse

Die Innovations- und Technikanalyse (ITA) des BMBF analysiert und bewertet fachübergreifende Zukunftsthemen von gesellschaftlicher Relevanz hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken. Die sachlich fundiert aufbereiteten Informationen tragen zu einem transparenten Dialogprozess bei. Die Diskussion von Themen im Spannungsfeld technologischer Möglichkeiten, gesellschaftlicher Wertvorstellungen und wirtschaftlicher Anforderungen fördert eine für Mensch und Umwelt verträgliche Technikgestaltung. Im Fokus stehen bevorstehende bzw. zu erwartende Entwicklungen mit einem mittelfristigen Zeithorizont von bis zu fünf Jahren.

Die ITA wird im Rahmen von inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten erarbeitet. Über partizipative Verfahren werden nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch Bürgerinnen und Bürger in die Technikfolgenabschätzung einbezogen.

Im August 2014 rief das BMBF zur Einsendung von Forschungsskizzen zu Einzel- und Verbundvorhaben in den fünf neuen Themenfeldern Partizipation in Forschung und Innovation, Chancen und Risiken der Digitalisierung, Einstellungsforschung, neue globale Innovationspfade sowie flexible Konsum- und Eigentumsmodelle auf. In die Konzeptionierung der Themenfelder flossen die Ergebnisse des BMBF-Foresight-Prozesses ein, mit dem die ITA inhaltlich verknüpft ist. Zudem gab es ein themenoffenes Themenfeld. In einem mehrstufigen wissenschaftlichen Begutachtungsprozess wurden 25 Einzel- und Verbundvorhaben für die zweijährige Forschung ausgewählt. Auf dem ITAFORUM im November 2015 wurden diese neuen Forschungsvorhaben der ITA vorgestellt und von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen diskutiert.

weiterlesen

Strategische Vorausschau

BMBF-Foresight ist ein strategisches Instrument zur langfristigen Vorausschau relevanter Themen in Bildung und Forschung. Es blickt mit einer Perspektive von bis zu 15 Jahren in die Zukunft und identifiziert gesellschaftlich wichtige Handlungsfelder, um eine rechtzeitige Reaktion der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik zu ermöglichen. Zukunftsthemen liegen oft jenseits bisheriger Fach- und Programmlogiken. Foresight verknüpft systematisch künftig mögliche gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen mit neuen Trends in Forschung und Technologie, um daraus prioritäre Themen künftiger Forschungs- und Innovationspolitik abzuleiten.

Die Strategische Vorausschau ist zyklisch angelegt. In der aktuell abgeschlossenen zweijährigen Suchphase von 2012 bis 2014 (Zyklus II) des Foresight-Prozesses lag der Schwerpunkt darauf, künftige gesellschaftliche Herausforderungen zu erkennen, die bis ins Jahr 2030 reichen können. Dies geschah im Rahmen eines partizipativen Prozesses. In verschiedenen Workshops wurden mit Expertinnen und Experten aus allen gesellschaftlichen Teilbereichen Trends identifiziert, Wünsche an die Zukunft formuliert und kreativ nach Verknüpfungen von Technologie und Gesellschaft gesucht.

Aus den identifizierten Gesellschaftstrends wurden spezifische gesellschaftliche Herausforderungen abgeleitet, die durch Forschung und Innovation adressiert werden können. Verknüpft mit Forschungs- und Technologieperspektiven wurde das Potenzial für entstehende Innovationsfelder bewertet. In neun anschaulichen „Geschichten aus der Zukunft" wird ein Ausblick auf den möglichen Alltag im Jahr 2030 gegeben und die Herausforderungen für die Forschungs- und Innovationspolitik von heute dargestellt (siehe auch Infobox Arbeitskollege Computer).

In der sich anschließenden Transferphase der Strategischen Vorausschau fließen die Ergebnisse der Suchphase unter anderem in die Förderprogrammatik ein, werden als Grundlage für Diskussionen mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft genutzt und finden schließlich Berücksichtigung bei der Formulierung neuer Strategien.

Das BMUB untersucht im Rahmen seiner Ressortforschungsvorhaben derzeit, wie neue Trends systematisch erkannt werden können. Dazu gehört das Projekt Horizon Scanning und Trendmonitoring als Instrumente der Umweltpolitik zur strategischen Früherkennung und effizienten Politikberatung. Mit diesem Vorhaben wurde erstmals die systematische Vorausschau im Rahmen eines breit angelegten Scannings in Angriff genommen. Zudem wird im Projekt Analyse und Bewertung der Wirkungen von gesellschafts- und umweltpolitischen Themen auf die Umweltpolitik mit Hilfe der Methode der Trendanalyse die Trendanalyse als wichtiges Instrument in der strategischen Zukunftsforschung erforscht. Ziel ist die Nutzung der Trendanalyse zur Erfassung möglicher Auswirkungen künftiger Entwicklungen.

Arbeitskollege Computer

Computer und autonome Roboter werden 2030 in der Lage sein, immer mehr menschliche Tätigkeiten zu unterstützen bzw. zu übernehmen. Sie führen dann nicht nur komplizierte Produktionsschritte vollständig autonom durch, sondern übernehmen auch Denktätigkeiten sowie Beratungs- oder Serviceleistungen von Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeitern bzw. Dienstleistern. Auf der einen Seite ergeben sich daraus neue wirtschaftliche Chancen für Deutschland. Darüber hinaus können Entwicklungen in der Automatisierung sowohl ein Ansatz gegen den Fachkräftemangel sein als auch Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger mit sich bringen. Auf der anderen Seite sind bei typischen Angestelltentätigkeiten Veränderungen denkbar, die mit dem Wandel von Tätigkeiten in der gewerblichen Produktion im Zuge der industriellen Revolution vergleichbar sind.

weiterlesen

Wissenschaftsjahre, Wissenschaftskommunikation

Die Wissenschaftsjahre sind die zentrale Initiative des BMBF auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation. Das BMBF richtet die Wissenschaftsjahre gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) aus. Ziel der Wissenschaftsjahre ist es, die Öffentlichkeit stärker für die Wissenschaft zu interessieren und den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu fördern. Junge Menschen sollen für Forschungsthemen begeistert werden und für ihre Berufswahl Anregungen erhalten. Indem Forschungsergebnisse in eine verständliche Sprache übersetzt werden, wird Wissenschaft für Bürgerinnen und Bürger transparenter und zugänglicher. Ziel ist es zudem, kontroverse Debatten anzuregen und voranzutreiben. Die Wissenschaftsjahre verstehen sich als Treiber für eine Weiterentwicklung der Wissenschaftskommunikation. So werden besonders solche Projekte gefördert, die die Wissenschaftskommunikation auch in ihrer Methodenvielfalt voranbringen.

Das Wissenschaftsjahr 2016*2017 beschäftigt sich mit dem Thema Meere und Ozeane. Das Wissenschaftsjahr zeigt, was wir tun können und müssen, um die Lebensgrundlagen für uns und für künftige Generationen zu erhalten. Und es macht deutlich, warum Wissenschaft und Forschung die Methoden und Instrumente bereithalten, um diese Ziele zu erreichen. Das Wissenschaftsjahr 2016*2017 veranschaulicht, wie die Menschen die Meere und Ozeane entdecken, nutzen und schützen können. Hierbei spielen zahlreiche spannende und herausfordernde Themen eine Rolle: Dazu gehören die große Artenvielfalt in der Tiefsee, die faszinierende Technik auf den Forschungsschiffen, die Bedeutung der Ozeane für den Klimaschutz, das gewaltige Potenzial zur Ressourcennutzung und der Schutz der Meere und Ozeane vor Vermüllung. Das Wissenschaftsjahr 2016*2017 widmet sich damit in besonderer Weise der Frage, wie wir gemeinsam die Zukunft unseres Planeten gestalten können.

Voraussichtlich im Jahr 2017 wird das Haus der Zukunft in Berlin eröffnet. Im Juni 2015 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen, innovativen Projekts zur Wissenschaftskommunikation. Das Haus soll in Ausstellungen und Veranstaltungen mögliche Szenarien für das Leben in der Zukunft entwickeln und zeigen, welche – auch inklusive – Möglichkeiten Forschung und Innovation bieten. Als Ort der Partizipation werden im Haus der Zukunft Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und die Bürgergesellschaft zusammenkommen, Ideen austauschen und über die Zukunft diskutieren. Getragen wird das Haus der Zukunft von einer gemeinnützigen GmbH, an der Bund, Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt sind.

Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt

Im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres standen die Beiträge von Forschung und Wissenschaft für die nachhaltige Entwicklung der Städte. Dabei ging es um neue Mobilitätskonzepte, den Erhalt von städtischen Ökosystemen, klimaangepasstes Bauen, den Ausbau urbaner Landwirtschaft ebenso wie um die Gestaltung des sozialen Zusammenlebens in Städten, den Erhalt der Vielfalt von Innenstädten und die aktive Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern in anstehende Stadtplanungsprozesse.

Ein wichtiges Ziel war, durch innovative Formate interessierte Bürgerinnen und Bürger als gleichberechtigte Partner in die Transformation der Stadt und ihrer Infrastruktur einzubeziehen. Durch Wettbewerbe und groß angelegte Mobilisierungsaktionen für unterschiedliche Zielgruppen wurden im Wissenschaftsjahr 2015 zukunftsweisende Dialogprozesse initiiert mit dem Ziel, gemeinsame Ideen für das Leben in den Städten zu entwickeln und das Verständnis für die Lösungskompetenz von Wissenschaft und Forschung in der Gesellschaft zu verankern (siehe auch III 1.2 Nachhaltigkeit, Klima, Energie).

Im Wettbewerb Zukunftsstadt rief das BMBF Städte, Gemeinden und Landkreise dazu auf, gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern, der Wissenschaft sowie Verwaltung, lokalen Verbänden und Unternehmen eine nachhaltige und ganzheitliche Vision für ihre Stadt, ihren Stadtteil, ihre Gemeinde oder ihren Landkreis zu entwickeln. In einer ersten Phase im Mai 2015 wurden 51 Kommunen ausgewählt. Das BMBF unterstützt die Umsetzung der Ideen mit jeweils bis zu 35.000 Euro. Insgesamt stehen für die ausgewählten Projekte bis zu 1,75 Mio. Euro bereit.

Über die Onlineplattform Forschungsbörse konnten Schulen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Zukunft der Städte erforschen, in den Unterricht einladen und so den unmittelbaren Kontakt zwischen den Forschenden und den Schülerinnen und Schülern herstellen. Durch die seit 2011 bestehende Forschungsbörse bekamen bereits 20.000 Schülerinnen und Schüler Besuch aus der Forschung. Im Wettbewerb Heimatkunde – Eure Stadt, eure Ideen entwickelten Jugendliche kreative Vorschläge zur Gestaltung und Nutzung von Freiflächen in ihren Heimatorten. Prämiert wurden die besten Kurzfilme und Fotodokumentationen.

weiterlesen

Strategischer Austausch und Bürgerdialoge

Die politische Kultur in Deutschland ist vielseitiger geworden. Hierzu gehört, dass sie vor allem auch partizipativer geworden ist. Die Möglichkeiten der Beteiligung sind durch die Digitalisierung erheblich gewachsen. Durch diesen Trend öffnen sich große Chancen für neue Impulse in der Forschungs- und Innovationspolitik. Das BMBF führt die Anwendung partizipativer Formate in der Forschungs- und Innovationspolitik fort und baut sie mit neuen Formaten konsequent aus (siehe auch Infobox Regierungsstrategie Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist).

Bürgerdialoge sind wichtige Austauschformate, um Anregungen für die Politikgestaltung zu bekommen, die Zielgenauigkeit und Wirksamkeit politischer Vorhaben zu erhöhen sowie Vertrauen für neue Themen zu schaffen und Neugier zu wecken. Im Jahr 2015 startete die neue Bürgerdialogreihe ZukunftsForen, welche die zukünftige Ausrichtung von Forschung und Wissenschaft in den Mittelpunkt stellt. Bis 2017 wird in mehreren ZukunftsForen ein breites Spektrum an Themen debattiert. Im Auftaktforum stand das Thema „Gesundheit neu denken – Wohlergehen durch Hightech-Medizin und Selbstoptimierung?" im Mittelpunkt. Die ZukunftsForen beteiligen Bürgerinnen und Bürger in mehrfacher Hinsicht. Zu verschiedenen Zukunftsthemen sind jeweils eine repräsentative Befragung (der ZukunftsMonitor), ein moderierter Workshop mit Bürgerinnen und Bürgern (der ZukunftsTag) sowie ein Bürgerdialog mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung geplant (die ZukunftsNacht). Die ZukunftsForen werden von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen wissenschaftlich begleitet. Sie sind in die Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingebunden und geben Auskunft in Fachfragen.

Regierungsstrategie Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist

Die Bundeskanzlerin und alle Bundesministerinnen und Bundesminister haben von April bis Oktober 2015 mit den Menschen in Deutschland einen Dialog über ihr Verständnis von Lebensqualität geführt. Die Antworten der Bürgerinnen und Bürger werden nun von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet. Ziel ist es, aufbauend auf den Themen, die den Menschen am Herzen liegen, einen Regierungsbericht über den Stand und die Entwicklung von Lebensqualität in Deutschland zu verfassen. Die Bundesregierung macht es sich zur gemeinsamen Aufgabe, an der Verbesserung der Lebensqualität zu arbeiten. Dabei will sie sich an Maßeinheiten für Lebensqualität, sogenannten Indikatoren, orientieren. Ihre konkreten politischen Maßnahmen fasst die Bundesregierung in einem Aktionsplan zusammen.

weiterlesen

Transdisziplinäre Forschung

In Deutschland unterstützen immer mehr Menschen in ihrer Freizeit die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das BMBF fördert partizipativ angelegte Forschungsprojekte mit dem Ziel, Bürgerinnen und Bürger in der Forschung oder in Innovationsprozessen zum Mitmachen einzuladen.

Citizen Science bindet Menschen, die an Wissenschaft interessiert sind, in die Forschung ein. Gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert das BMBF mit einer Onlineplattform die zentrale Anlaufstelle für Citizen-Science-Projekte in Deutschland. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen können dort ihre Projekte einstellen, über ihre Vorhaben informieren sowie Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen einladen. Darüber hinaus fördert das BMBF eine Dialogreihe. Dabei geht es darum, über die stärkere Vernetzung und einen intensiveren Austausch zu einem gemeinsamen Verständnis von Citizen Science zu gelangen sowie einen Leitfaden zu entwickeln.

Im Rahmen des Programms Photonik Forschung Deutschland unterstützt das BMBF mit der Initiative Make Light seit 2012 die Maker-Szene beim Einsatz der Photonik. Dazu gehören der Make-Light-Wettbewerb, Kurse zum Selbermachen (Make Light Lab) und Werkstätten zu bestimmten Photonik-Themen wie OLED, 3D-Druck oder Videomapping. Die Fördermaßnahme Open Photonik fördert mit elf Projekten die Entwicklung neuer Photonik-Technologien für das „Selbermachen". Beim Förderaufruf Light Cares geht es um Projekte von Makern für Menschen mit Behinderung. Mit der Make-Light-Initiative zeigt das BMBF, dass Hightech auch zum Selbst- und Mitmachen ist (siehe auch III 1.1. Digitalisierung, Schlüsseltechnologien).

weiterlesen

Agendaprozesse

In einem Agendaprozess werden die Inhalte und Schwerpunkte künftiger Förder- und Innovationsprogramme gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. So wird gewährleistet, dass das Wissen und die Forschungsbedarfe der potenziellen Adressaten in die Programmgestaltung mit einfließen. Agendaprozesse werden verstärkt zur Weiterentwicklung der Forschungsprogramme eingesetzt:

  • Das 2015 erschienene 3. Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA³) mit den Leitinitiativen zu den Themen Green Economy, Zukunftsstadt und Energiewende wurde gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und der Zivilgesellschaft entwickelt.
  • Die 2015 erschiene Strategische Forschungs- und Innovationsagenda (FINA) wurde von der Nationalen Plattform Zukunftsstadt in einem Agendaprozess erarbeitet (siehe auch III 1.2 Nachhaltigkeit, Klima, Energie).
  • Die 2015 gegründete Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fördert nachhaltiges Denken und Handeln in allen Bereichen des Bildungssystems und versammelt unter Vorsitz des BMBF 37 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft (siehe auch III 1.8 Gesellschaft und Bildung).
  • Der 2015 abgeschlossene BMBF-Agendaprozess Zukunft sichern und gestalten – Forschung zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wandte sich speziell an die Geistes- und Sozialwissenschaften (siehe auch Infobox Auf den Spuren der großen gesellschaftlichen Herausforderungen). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie zivilgesellschaftliche Akteure wurden dazu eingeladen darzulegen, welche Forschungsbeiträge sie zur Lösung und Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten wollen und könnten.

Auf den Spuren der großen gesellschaftlichen Herausforderungen

Mit über 280 eingereichten Ideenvorschlägen ist der BMBF-Agendaprozess Zukunft sichern und gestalten – Forschung zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen auf große Resonanz gestoßen. Adressaten des Prozesses waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteure aus der Praxis. In einer überregionalen Wochenzeitung waren sie aufgerufen, kurze Papiere mit übergeordneten sozial- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu benennen. Ziel des Agendaprozesses ist die Identifizierung von zukunftsrelevanten Themen, die von hoher gesellschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutsamkeit sind. Ein besonderes Anliegen des Agendaprozesses ist vor allem, die gewonnenen Ergebnisse in der Praxis zu implementieren. Die identifizierten Themen sollen innerhalb des Rahmenprogramms Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften des BMBF bearbeitet werden. Förderangebote zu einzelnen Themenbereichen sollen 2016 erscheinen.

weiterlesen