Verstärkte Internationalisierung von Cluster und Netzwerken

Die Leistungsfähigkeit innovativer Standorte wird künftig nicht mehr nur von der engen Einbindung in regionale und nationale Netzwerke abhängen. Leistungsstarke Netzwerke können ihre Stärken durch internationale Allianzen gemeinsam ausbauen. Die Integration in internationale Kooperationen und Wissensflüsse ist dafür entscheidend.

Globale Herausforderungen und weltweite Innovationschancen übersteigen oft die Möglichkeiten produktiver regionaler Innovations- und Wertschöpfungsketten. Sie müssen deshalb immer öfter arbeitsteilig mit internationalen Partnern angegangen werden. Dies fördert die neue Maßnahme Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken. Mit bedarfsorientierten Serviceleistungen unterstützt die Initiative go-cluster leistungsfähige Innovationscluster bei ihrer Entwicklung zu international exzellenten Clustern. Die Bundesregierung stärkt darüber hinaus die Zusammenarbeit im Europäischen Forschungsraum durch eine enge Verzahnung nationaler und europäischer Forschungs- und Innovationsförderung (siehe auch V 2 Deutschlands Rolle in Europa).

Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken

Ende 2014 startete das BMBF eine neue Fördermaßnahme, um Spitzencluster, Zukunftsprojekte und vergleichbare Netzwerke in ihren Internationalisierungsbestrebungen zu unterstützen. Ausgewählte Netzwerke und Cluster intensivieren in einer Konzeptions- und einer Umsetzungsphase bestehende Kontakte zu internationalen Innovationsregionen mit dem Ziel, im Rahmen international ausgerichteter Forschungsprojekte Innovationssprünge zu realisieren. Die Förderung erstreckt sich über bis zu fünf Jahre und beläuft sich auf jeweils bis zu 4 Mio. Euro.

Als Ergebnis der ersten von insgesamt drei vorgesehenen Wettbewerbsrunden – die zweite ist im Dezember 2015 gestartet – werden in elf Projekten zunächst Konzeptionsphasen über zwei Jahre seit Anfang 2016 gefördert, an die sich die Förderung von internationalen Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekten zur Umsetzung der Strategien über bis zu drei Jahre anschließt:

  • Der Biotechnologie-Spitzencluster BioRN aus der Metropolregion Rhein-Necker zielt auf die „Erweiterung der Health Axis Europe um weitere Spitzenstandorte der Biomedizin in Europa und Entwicklung einer Kooperationsplattform für KMU (HAE4SME)" ab.
  • Der Cluster Industrielle Biotechnologie e. V. CLIB2021 aus Düsseldorf kooperiert im Rahmen des Projekts BioInnovation Growth Mega Cluster (BIG-C) eng mit Partnern in den Niederlanden sowie Belgien und forscht an innovativen Verfahren und Anwendungen in der Bioökonomie.
  • Der fränkische Cluster Leistungselektronik im ECPE e. V. erforscht im Projekt Die nächste Generation der Leistungselektronik – Leistungshalbleiter-Bauelemente mit hohem Bandabstand und deren Systemintegration (CLINT-WPE) u. a. Elektronikbauteile zur effizienteren Umwandlung von Energie.
  • Der Spitzencluster Hamburg Aviation entwickelt unter Transatlantische Spitzenkompetenz für Neues Fliegen (HAvWings) u. a. im Verbund mit kanadischen Partnern innovative Lösungen zur nachhaltigen Schonung von Klima und Ressourcen.
  • Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) Aachen forscht an alternativen Werkstoffen auf Kunststoffbasis und initiierte das Projekt IKV Global Cluster Network for Innovative Plastics Materials and Processes.
  • Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid beschäftigt sich im Rahmen der Entwicklung eines Internationalisierungskonzepts für das KIMW-Cluster-Netzwerk (CAP) mit innovativen Materialien für die Kunststoff verarbeitende Industrie.
  • Der Spitzencluster Medical Valley EMN aus Erlangen plant den Aufbau eines internationalen Innovationssystems der Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft.
  • In Chemnitz wird die Internationalisierung des Clusters MERGE im Rahmen des Vorhabens Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen (MERGEurope) gefördert.
  • In Thüringen widmet sich der Cluster OptoNet dem Thema Global Power: Photonische Lösungen für Zukunftsfragen (gloWIN).
  • Organic Electronics Saxony (OES) arbeitet an einem innovativen Ansatz zur Internationalisierung des Netzwerks Organic Electronics Saxony.
  • Im Rahmen des Software-Spitzenclusters wird rund um die Entwicklungszentren Darmstadt, Karlsruhe, Kaiserslautern, Saarbrücken und Walldorf an der Software-Cluster-Internationalisierungsstrategie zur Komplettierung von Kernkompetenzen für Zukunftsthemen der Unternehmenssoftwarebranche (SCIKE) gearbeitet.

Mit einem Monat Vorlauf startete im Dezember 2015 die Begleitforschung InterSpiN, die gemeinsam von der Universität Bremen und dem Institut für Weltwirtschaft Kiel unter Beteiligung der Technopolis Group durchgeführt wird. Ziel ist es, das Wissen zu Fragen der internationalen Zusammenarbeit von Clustern und Netzwerken auszubauen, die Ergebnisse an die Akteure zurückzuspielen und den Erfahrungsaustausch zu organisieren.

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