Weitere FuE-fördernde Akteure

Neben den bereits vorgestellten Förder- und Finanzierungsmechanismen gibt es weitere FuE-fördernde Akteure. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft trägt als zentrale Förderorganisation für aus der Wissenschaft heraus entwickelte, erkenntnisgeleitete Forschungsvorhaben an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen entscheidend dazu bei, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit des Forschungsstandorts Deutschland zu stärken.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Stiftungen bzw. weitere als Verein organisierte Förderwerke, die einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Qualität von Wissenschaft und Forschung leisten (siehe auch EB II 3 FuE-unterstützende Organisationen und Einrichtungen).

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Ihre Kernaufgabe besteht in der wettbewerblichen Auswahl und Förderung der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungsinstituten, wobei die Fördermittel zum überwiegenden Teil Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen zugutekommen. Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der DFG gehören zudem die Förderung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit zwischen Forscherinnen und Forschern, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Beratung von Parlamenten und Behörden in wissenschaftlichen Fragen.

Die DFG ist ein eingetragener Verein. Das Mitgliedergremium setzt sich zusammen aus 69 Hochschulen, 16 außerhochschulischen Forschungseinrichtungen, 8 Akademien und 3 Wissenschaftsverbänden. Bund und Länder fördern seit dem Jahr 2002 die DFG mit einem einheitlichen Bund-Länder-Finanzierungsschlüssel von 58 % zu 42 % (Rahmenvereinbarung Forschungsförderung in der Fassung vom 11. April 2001 und Ausführungsvereinbarung über die gemeinsame Förderung der DFG). Der DFG standen im Jahr 2014 ca. 2,86 Mrd. Euro und im Jahr 2015 knapp 3 Mrd. Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2016 sind rund 3,1 Mrd. Euro in Planung.

DFG-Förderatlas 2015 – Kennzahlen zur öffentlich finanzierten Forschung in Deutschland

Der DFG-Förderatlas 2015 liefert Kennzahlen zur öffentlich finanzierten Forschung in Deutschland. Der Bericht informiert u. a. über die Beteiligungen deutscher Wissenschaftseinrichtungen an den Förderprogrammen der DFG wie auch weiterer nationaler und internationaler Forschungsförderinstitutionen.

weiterlesen

Stiftungen und Förderwerke

In Deutschland leistet eine Vielzahl von gemeinnützigen Stiftungen einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Qualität von Wissenschaft und Forschung. Die forschungsfördernden Stiftungen wirken ergänzend zur staatlichen Forschungsförderung und sind Ausdruck privaten finanziellen Engagements. Die Stifterinnen und Stifter geben damit ein Beispiel für verantwortliches Handeln im demokratischen Staat. Bedeutende forschungsfördernde Stiftungen in Deutschland sind beispielsweise die VolkswagenStiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung und die Stiftung Mercator. Sie fördern Projekte bzw. Einrichtungen aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft. Eine Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaft zur Förderung der deutschen Wissenschaft und Forschung ist der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e. V. Unter seinem Dach wurden 2014 mehr als 615 Stiftungen betreut und ein Gesamtvermögen von mehr als 2,6 Mrd. Euro verwaltet.

Davon zu unterscheiden sind die Stiftungen und Vereine, bei denen der jährliche Förderetat zum überwiegenden Teil bzw. ausschließlich aus öffentlichen Mitteln stammt bzw. an deren Gründungsfinanzierung sich die Bundesregierung beteiligt hat. Hierzu zählen neben der DFG die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Deutsche Stiftung Friedensforschung (DSF), die mehrheitlich als Vereine organisierten Begabtenförderungswerke im Hochschulbereich und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

weiterlesen

Europäische Union

Auch die Europäische Union ist ein wichtiger finanzierender und fördernder Akteur im deutschen FuISystem (siehe auch V 2 Deutschlands Rolle in Europa). Hauptinstrument ist das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (2014–2020). Das bewilligte Fördervolumen beläuft sich auf insgesamt rund 77 Mrd. Euro. Horizont 2020 ist damit das weltweit größte in sich geschlossene Forschungs- und Innovationsförderprogramm. Die Europäische Union verfolgt damit das Ziel, nachhaltiges Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze in Europa zu schaffen und so die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Zur Zielgruppe von Horizont 2020 zählen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen (vor allem auch KMU) sowie weitere Akteure, die in die Entwicklung von Innovationen eingebunden sind. Durch die Finanzierung von Projekten der Grundlagenforschung bis hin zur Vorbereitung marktfähiger Produkte und Dienstleistungen werden sämtliche Phasen des Forschungs- und Innovationsprozesses gefördert.

Mit COST (Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung) und EUREKA (Initiative für verstärkte technologische Zusammenarbeit in Europa) existieren zwei weitere Initiativen, mit denen die EU bzw. die europäischen Staaten Kooperationen von Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Europa unterstützen. Diese Kooperationssysteme werden größtenteils von den Interessen von Wissenschaft und Wirtschaft angetrieben und stellen eine hervorragende Ergänzung der europäischen Rahmenprogramme dar (siehe auch V 2.4 Europäische Initiativen und Programme).

Die europäischen Förderprogramme spielen für die Auslandsfinanzierung von FuE des deutschen Wirtschaftssektors eine wichtige Rolle. Im Jahr 2013 stammten rund 518 Mio. Euro aus Förderprogrammen der EU. Dies entspricht rund 16 % der aus dem Ausland finanzierten FuE der Wirtschaft. Davon entfielen gut 86 % auf Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. [1]

 

[1]     SV Gesellschaft für Wissenschaftsstatistik mbH im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (2015): a:r n‘di: Zahlenwerk 2015 – Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft 2013.

weiterlesen